Berlin, 05.07.24. Ab dem 1. August 2024 steigen die Löhne und Gehälter der Beschäftigten in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie um 2,1 Prozent. Dies ist die zweite Stufe des im letzten Jahr ausgehandelten Tarifabschlusses, teilte der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) mit. Bereits zum 1. September 2023 waren die Entgelte um 5,1 Prozent gestiegen. Im Mai 2023 und Februar 2024 wurden Inflationsausgleichsprämien von jeweils 1.000 Euro an alle Beschäftigten ausbezahlt. Eine weitere Erhöhung um 1,4 Prozent erfolgt am 1. Dezember 2024.
„Für die Beschäftigten bedeuten die nächsten beiden Stufen der Entgelterhöhung tatsächlich ein gutes Plus im Portemonnaie, das sich vor dem Hintergrund der zurückgehenden Inflation positiv auswirken wird. Für viele Unternehmen gehen die Erhöhung der Löhne und Gehälter indes an die Belastungsgrenze, teilweise sogar darüber hinaus“, sagte HPV-Präsident Jürgen Peschel. „Gerade für diejenigen, die sehr personalintensiv produzieren, ist eine Entgelterhöhung zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu stemmen.
Dennoch bekennen wir uns als Arbeitgeber zum abgeschlossenen Tarifvertrag, mit dem wir auch der für viele Beschäftige schwierigen Situation der vergangenen Jahre Rechnung getragen haben. Es ist selbstverständlich, dass wir zu unserem Wort stehen; perspektivisch wird es allerdings vor allem darauf ankommen, dass sich die Unternehmen auch künftig entscheiden, in der Tarifbindung zu bleiben“, sagte der HPV-Präsident. Dies sei besonders vor dem Hintergrund der allgemeinen Konjunkturschwäche und den dadurch in einzelnen Teilbranchen mehr als angespannten Lage ein Bekenntnis, das von einem moderaten Tarifabschluss in der Zukunft ausgeht.
Während der Laufzeit des gültigen Tarifvertrages werden die tariflichen Entgelte um insgesamt 8,6 Prozent erhöht, außerdem gewährten die Arbeitgeber eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 2.000 Euro. Der Tarifvertrag läuft noch bis zum 31. Januar 2025.
Stefan Rössing, Hauptgeschäftsführer des HPV
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Frankfurt/Main – Berlin, 13.06.24. Der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) hat im Rahmen seiner turnusgemäßen Jahreshauptversammlung sein 75-jähriges Jubiläum am Ort seiner Gründung, Frankfurt am Main, gefeiert. Bei dem zweitägigen Verbandstreffen standen vier Aspekte im Fokus: die Neuwahl der Gremien des Verbands sowie des Sozialpolitischen Hauptausschusses, die wirtschafts- und tarifpolitische Situation der Branche sowie das Thema Employer Branding und der HPV-Video-Wettbewerb „Top verpackt“. In der aktuellen Bewertung der wirtschaftlichen Lage verwies HPV-Präsident Jürgen Peschel, Smurfit Kappa (Waren), auf eine äußerst schwierige Branchensituation. Diese sei vor allem durch die schwächelnde Konjunktur, die weiterhin hohen Energiepreise und die Konsumzurückhaltung der Menschen in Deutschland geprägt: „Wir leben in schwierigen Zeiten, die vielen Krisen verunsichern die Menschen. Und damit gibt es einen Rückgang im Konsum, der ganz automatisch auch einen Rückgang bei den Verpackungen bedeutet. Die schon seit vielen Monaten schlechten Konjunkturdaten und sämtliche Prognosen stellen keine Trendwende in Aussicht“. Die Branche könne also nicht erwarten, dass die Produktion bald wieder schlagartig nach oben gehe.
Überzogene Warnstreiks gefährden Tarifbindung
Dies hat auch Auswirkungen auf die Tarifbindung der Unternehmen, die schon bei den letzten Verhandlungen im Jahr 2023 rückläufig war. „Neben anderen Aspekten haben die überzogenen Warnstreiks der Vergangenheit direkt zur abnehmenden Tarifbindung der Unternehmen beigetragen: Wir wissen von einigen Firmen, dass sie wegen dieser Warnstreiks noch in der Verhandlungsphase, also schon vor dem Tarifabschluss, ausgestiegen sind“, erläuterte Peschel. Kein Kunde habe in einer Welt der Just-in-time-Logik dafür Verständnis, dass man wegen eines unnötig langen Warnstreiks nicht genug und termingerecht liefern könne.
Jürgen Peschel wiedergewählt
Peschel, der neben seinem Ehrenamt als Verhandlungsführer den HPV seit 2016 auch als Präsident führt, bekam von den Mitgliedern erneut das Vertrauen ausgesprochen und wurde einstimmig wiedergewählt. Unterstützt wird er im Geschäftsführenden Präsidium von der neu gewählten Vizepräsidentin Dörte Raasch, Yamaton Paper (Rostock), und dem wiedergewählten Schatzmeister Roland Walter, Walter Verpackungen (Offenbach). Der Sozialpolitische Hauptausschuss des HPV wird ebenfalls weiterhin von Jürgen Peschel angeführt. In den turnusgemäßen Wahlen wurden neben Peschel Peter Penke-Wevelhoff, Heyne & Penke Verpackungen (Holzminden), und Wolfgang Thissen, Walki Group (Steinfurt), gewählt.
Employer Branding ist für alle Unternehmensgrößen unverzichtbar
Der thematische Schwerpunkt des Branchentreffens galt dem Thema Employer Branding. Am ersten Tag der Jahrestagung ging es in Vorträgen und Best-Practice-Beispielen darum, wie man ein noch attraktiverer Arbeitgeber wird, indem man eine entsprechend starke Marke aufbaut. Die wichtigste Botschaft des Tages: Employer Branding ist nicht nur etwas für große Firmen, sondern besonders auch für mittelständische Unternehmen ein geeignetes Instrument. „Employer Branding muss alle Firmen interessieren, wenn sie wirksame Strategien entwickeln wollen, um dem Fachkräftemangel zu trotzen“, betonte der HPV-Hauptgeschäftsführer Stefan Rössing.
Eigene Mitarbeiter als Unternehmensbotschafter
Wie es gelingen kann, die eigenen Mitarbeiter zu Unternehmensbotschaftern zu machen, zeigten am zweiten Tag die Sieger des HPV-Video-Wettbewerbs „Top verpackt“: Auszubildende haben Filme gedreht, die Lust auf den Job machen. Ganz besonders überzeugte die Jury das Team von Kolb Wellpappe aus Memmingen, das die Wellpappenherstellung in Form einer Fußballreportage zeigte. Den zweiten Platz belegte ein Auszubildender der GPI Hannover – sein Video erklärt, wie Kaugummiverpackung hergestellt wird. Der dritte Platz ging an das Team vom Smurfit-Kappa-Werk Sarstedt. Alle Filme der Azubis können auf der Webseite des HPV aufgerufen werden.
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Frankfurt/Main – Berlin, 13.04.23. Der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) und die Gewerkschaft Verdi haben sich in der fünften Verhandlungsrunde auf einen
neuen Tarifvertrag geeinigt. Der Abschluss gelang nach rund 15-stündigen intensiven Gesprächen in Frankfurt am Main am frühen Donnerstagmorgen. Insgesamt werden die tariflichen
Entgelte um 8,6 Prozent erhöht; außerdem gewähren die Arbeitgeber eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 2.000 Euro.
Zum 1. September 2023 werden die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen der Beschäftigten in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie um 5,1 Prozent
erhöht; ab 1. August 2024 steigen die Entgelte um 2,1 Prozent. Eine weitere Erhöhung um 1,4 Prozent erfolgt am 1. Dezember 2024. Die Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 2.000 Euro wird in zwei Schritten ausgezahlt: 1.000 Euro am 1. Mai 2023 und 1.000 Euro am 1. März 2024; Auszubildende erhalten jeweils die Hälfte des Betrags. Die Einigung sieht eine 24-monatige Laufzeit vor. Der Abschluss gilt vorbehaltlich der schriftlichen Zustimmung der Tarifvertragsparteien bis zum 31. Januar 2025.
„Arbeitgeber haben Wort gehalten“
„Gemessen an der schwierigen Ausgangsbasis ist der Tarifabschluss für Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen ein Erfolg“, sagte der HPV-Verhandlungsführer Jürgen Peschel.
„Die besondere Situation einer kurzfristig außergewöhnlichen Inflation und das schwierige wirtschaftliche Umfeld in einigen Teilbranchen bedingten diesmal besonders intensive Verhandlungen. Vor diesem Hintergrund sind wir an den Rand der Belastungsgrenze gegangen; gleichzeitig haben wir gegenüber unseren Beschäftigten Wort gehalten. Unser sehr fairer Abschluss fußt auf zwei Säulen: einerseits der Inflationsausgleichsprämie mit einem schnellen Geldzufluss ohne Abzüge und andererseits dauerhaften Lohnerhöhungen von insgesamt 8,6 Prozent in drei Schritten. Hervorzuheben ist, dass die erste tabellenwirksame Erhöhung nach sieben Nullmonaten zum 1. September 2023 wirkt. Für die Arbeitgeber bedeutet die Laufzeit von 24 Monaten in erster Linie Planungssicherheit“, betonte Peschel. „In einem Umfeld multipler Krisen ist es wichtig, über eine Konstante zu verfügen, mit der die Unternehmen planen können“, sagte der HPV-Verhandlungsführer.
Der Tarifabschluss liegt deutlich unter der ursprünglichen Forderung Verdis in Höhe von 10,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Dafür hatte die Gewerkschaft fünf Verhandlungsrunden lang geworben und zu zahlreichen Warnstreiks aufgerufen.
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Berlin, 05.04.23. Der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) setzt im Vorfeld der fünften Verhandlungsrunde darauf, dass die Annäherungen aus der vierten Runde in einen Tarifabschluss münden werden. Zugleich mahnt der Arbeitgeberverband, die angespannte wirtschaftliche Situation der Branche bei einem Abschluss zu berücksichtigen.
„Unsere aktuelle Branchensituation ist beunruhigend“, sagte der HPV-Verhandlungsführer Jürgen Peschel. „Die neuen Branchendaten des Instituts der deutschen Wirtschaft belegen: Seit dem letzten Jahr ist die wirtschaftliche Entwicklung in der Papierverarbeitenden Industrie vornehmlich durch eine Branchenrezession geprägt. Die Produktion ging gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent zurück. Kalender- und saisonbereinigt ist der Produktionsindex sogar bereits seit dem vierten Quartal 2021 rückläufig. Gleichzeitig leiden die Unternehmen unserer Branche unter den enorm angestiegenen Erzeugerpreisen.“ Gegenüber dem Jahr 2021 ergibt sich im Jahr 2022 ein Anstieg von 22,6 Prozent. Damit beruhen die Umsatzzuwächse in Höhe von 16,9 Prozent allein auf Preiserhöhungen.
Tarifabschluss muss wirtschaftliche Rahmendaten berücksichtigen
„Für die ursprüngliche Gewerkschaftsforderung von 10,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten gibt es daher keine belastbaren Gründe. Die staatlichen Entlastungspakete dämpfen die Inflation, die sich kontinuierlich wieder normalen Werten annähert. Ein Blick auf die Produktivität gibt auch keinen Anlass für derartige Lohnforderungen: Bezogen auf den einzelnen Beschäftigten schrumpfte sie im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent. Dies geht zu Lasten unserer Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Peschel. So sind die Lohnstückkosten aufgrund der sinkenden Produktivität und steigender Bruttolöhne um 5,8 Prozent gestiegen.
„Insofern ist es gut, dass auch die Gewerkschaft signalisiert hat, ihre Maximalposition zu verlassen. In der letzten Verhandlungsrunde haben beide Tarifpartner das Fundament dafür gelegt, diesmal einen fairen Tarifabschluss zu erzielen. Auch wenn wir Bereitschaft signalisiert haben, dass es bei den Parametern unseres Angebots noch Spielräume gibt, sollte die Gewerkschaft immer auch die Belastungsgrenze der Unternehmen im Blick haben. Ein einseitig zu Lasten der Unternehmen ausgerichteter Abschluss birgt die Gefahr, dass bislang sicher geglaubte Arbeitsplätze verloren gehen und die Landkarte der tarifgebundenen Unternehmen immer mehr weiße Flecke bekommt – das kann auch nicht im Sinne von Verdi sein. Insofern setzen wir auf konstruktive Verhandlungen mit der Gewerkschaft, die dann auch in einen Abschluss münden, sagte der HPV-Verhandlungsführer.“
Die fünfte Verhandlungsrunde zwischen HPV und Verdi findet am 12. April 2023 in Frankfurt am Main statt. Der Verhandlungsführer des HPV, Jürgen Peschel, und der Hauptgeschäftsführer, Stefan Rössing, stehen im Vorfeld und während der Verhandlungsrunde für Fragen und Interviews gerne zur Verfügung.
Stefan Rössing, Hauptgeschäftsführer des HPV
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Berlin, 23.03.23. Die vierte Runde der Tarifverhandlungen in der Papier, Pappe und Kunst-stoffe verarbeitenden Industrie am 23. März in Berlin endete am frühen Abend. Der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) hatte abermals seine Bereit-schaft unterstrichen, einen Tarifabschluss zu erzielen. Beide Tarifparteien haben in rund achtstündigen Gesprächen konstruktiv über einen möglichen Abschluss beraten.
„Auch wenn diese Runde noch nicht zum Erfolg geführt hat, ist endlich Bewegung in die Verhandlungen gekommen – eine wichtige Voraussetzung dafür war, sich in verkleinerter Runde über mögliche Lösungen auszutauschen“, sagte der HPV-Verhandlungsführer Jürgen Peschel. Unsere Verhandlungsbereitschaft haben wir bereits zu Beginn klar kom-muniziert; in diesem Kontext haben wir der Gewerkschaft vermitteln können, dass wir noch Spielräume innerhalb unseres Angebots sehen. Dazu zählen zum Beispiel mögliche Anpassungen bei der Laufzeit des Tarifvertrages, beim Volumen der Entgelterhöhung und dem Startzeitpunkt bzw. den Nullmonaten“, sagte Peschel.
Intensive Gespräche über mögliche Modelle eines Tarifabschlusses
Vor diesem Hintergrund haben die Arbeitgeber gemeinsam mit der Gewerkschaft in vielen intensiven Gesprächen beraten, welche verschiedenen Modelle für einen Kompro-miss geeignet sein könnten. Konkret zählt dazu unter anderem eine zweite Stufe bei der Entgelterhöhung im Jahr 2024 bzw. eine Reduzierung der bisherigen Laufzeit von 27 Monaten.
„Leider fehlte am Ende bei beiden Tarifpartnern die Zeit, die gemeinsam erörterten Mo-delle in einen Abschluss münden zu lassen. Insgesamt sind wir aber sehr zuversichtlich, dass wir die Basis für einen Verhandlungserfolg in der nächsten Runde gelegt haben“, sagte der HPV-Verhandlungsführer. „Dafür spricht auch, dass wir uns gemeinsam auf eine Open-end Verhandlung verständigt haben.“
Wegen terminlicher Schwierigkeiten ist es leider nicht möglich, bereits Ende nächster Woche weiter zu verhandeln. Die fünfte Verhandlungsrunde zwischen HPV und Verdi findet in gegenseitigem Einvernehmen am 12. April 2023 statt. Der Verhandlungsführer des HPV, Jürgen Peschel, und der Hauptgeschäftsführer, Stefan Rössing, stehen im Vorfeld und während der Verhandlungsrunde für Fragen und Interviews gerne zur Verfügung.
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