Branchendaten

30.04.2019

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Vorbemerkung:

Aufgrund von Schwerpunktverlagerungen wurden ab Januar 2018 erneut Betriebe innerhalb der Wirtschaftszweige (Abteilung, Gruppe, Klasse der WZ 2008) neu zugeordnet. Bei den Daten für Betriebe ergeben sich hierdurch in den Wirtschaftszweigen gewisse Veränderungen, die einen durchgehenden Zeitvergleich einschränken. Dies gilt vor allem für den intertemporalen Vergleich der Beschäftigung und des Umsatzes.

Anzahl der Betriebe

  • Die deutsche Wirtschaft tritt seit Sommer 2018 auf der Stelle. Gründe dafür sind die Verlangsamung beim Welthandel infolge des Protektionismus und die Anpassungslasten im Automobilbereich. Dies hat hierzulande die Exporttätigkeit der Industrie und damit auch deren Produktion merklich beeinträchtigt. Im Laufe des ersten Halbjahres 2019 dürfte die deutsche Konjunktur wieder Tritt fassen, die Gangart bleibt aber sehr verhalten. Im Gefolge des abgeschwächten Wachstums des Welthandels und der unter der Verunsicherung leidenden weltweiten Investitionstätigkeit bleiben die deutschen Exporterwartungen moderat. Dies hält die Unternehmensinvestitionen auf einem schleichenden Aufwärtstrend. Die Bauinvestitionen beleben dagegen nach wie vor die deutsche Konjunktur. Die Baunachfrage, vor allem in den Ballungsräumen, ist anhaltend hoch. Gute Geschäftsaussichten haben auch eine Reihe von konsumnahen Dienstleistungsbranchen. Die Konsumkonjunktur wird von der weiter expandierenden Beschäftigung weiterhin angetrieben. Aber auch hier lässt das Tempo nach.
  • Die deutsche Papierverarbeitende Industrie konnte im Gesamtjahr 2018 ihre Produktion um 0,5 Prozent übertreffen. Bei der gesamten Industrie war ein Plus von 1,2 Prozent zu verzeichnen. Sowohl in der Papierverarbeitenden Industrie als auch im gesamten Verarbeitenden Gewerbe hat das Tempo im Jahresverlauf 2018 jedoch nachgelassen. Im zweiten Halbjahr wurden die Vorjahreswerte unterschritten. Wichtige Stimmungsindikatoren weisen auch auf einen eher schwachen Start in das Jahr 2019 hin.

Entwicklung der Beschäftigten

  • Im Jahresdurchschnitt 2018 waren in der deutschen Papierverarbeitenden Industrie insgesamt 86.688 Personen beschäftigt. Das waren 1.240 Personen mehr als im Vorjahr. Damit wurde sogar der letzte Rekordwert vom Jahr 2008, also unmittelbar vor der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise, übertroffen. Auch in der gesamten Industrie war in den vergangenen Jahren hierzulande ein Beschäftigungsaufbau zu verzeichnen. Industrielle Produktion schafft – entgegen manchmal geäußerten Vermutungen – auch in weit fortgeschrittenen Volkswirtschaften Arbeit und Einkommen.
  • Beim langfristigen Vergleich der Beschäftigungszahlen müssen jedoch merkliche Effekte von statistischen Schwerpunktverlagerungen von Betrieben berücksichtigt werden (siehe Vorspann). In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Korrekturen und Umbuchungen in den zugrundeliegenden Statistiken vorgenommen, die einen durchgängigen Vergleich mit den Vorjahren einschränken.
  • Der Jahresverlauf 2018 war jedoch nicht von einer gleichförmigen Entwicklung geprägt. Während in den ersten drei Quartalen ein Beschäftigungsaufbau zu verzeichnen war, ging die Anzahl der in der Branche tätigen Mitarbeiter im letzten Quartal zurück. Gleichwohl wurde im Schlussquartal 2018 das Beschäftigungsniveau vom ersten Quartal um 1 Prozent übertroffen.

Bruttoentgelte je Arbeitnehmer

  • Der monatliche Bruttolohn beziehungsweise das monatliche Bruttogehalt je Mitarbeiter in der deutschen Papierverarbeitenden Industrie belief sich im Jahresdurchschnitt 2018 auf 3.396 Euro. Das entsprach einem Anstieg von 0,2 Prozent. Im Vergleich zu den Jahren davor hat sich die Dynamik spürbar abgeschwächt. In diesem Gesamtjahreswert sind alle Sonderzahlungen – wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld – enthalten.
  • Da der Anstieg in den drei ersten Quartalen 2018 noch bei 1,5 Prozent lag, dürfte die geringere Dynamik mit geringeren Jahressonderzahlungen im vierten Quartal zusammenhängen. Die Sonderzahlungen fallen erst im dritten und vierten Quartal an.
  • Da die Verbraucherpreise im Jahr 2018 um durchschnittlich 1,9 Prozent stiegen, stiegen die Bruttoreallöhne pro Kopf nicht weiter an.

Tariflohnentwicklung

  • Im Februar 2019 wurde nach fünf Verhandlungsrunden ein neues Tarifergebnis erzielt. Ab dem 1. März 2019 werden die Löhne und Gehälter in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie um 2,8 Prozent erhöht. Am 1. März 2020 folgt eine weitere Stufenanhebung von 2,7 Prozent. Die Laufzeit des neuen Entgelttarifvertrags endet nach 27 Monaten zum 31. Januar 2021. Der Abschluss sieht demnach für die Monate November 2018 bis Februar 2019 keine Anhebung der Tabellenwerte vor (Nullmonate). Die Ausbildungsvergütungen werden zum 1. März 2019 um einheitlich 90 Euro erhöht. Für die Tapetenindustrie wurde eine tarifliche Sonderregelung vereinbart.
  • In der kalenderjährlichen Rechnung ergibt sich nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank für 2018 eine Kostenbelastung von 1,6 Prozent (nach 2,1 Prozent für 2017). Dieser Anstieg lag damit deutlich unter der gesamtwirtschaftlichen Tariflohndynamik (2,8 Prozent).
  • Im Jahr 2019 wird sich der Anstieg der Tarifverdienste wohl wieder beschleunigen. Hier wirkt sich für den Monat März ein statistischer Überhangeffekt aus (2018 stiegen die Löhne erst zum 1. April).

Exportquote

  • Die Außenwirtschaft hat im Jahr 2018 das Wirtschaftswachstum in Deutschland kräftig abgebremst. Während die deutschen Exporte die schwächelnde Weltwirtschaft infolge der protektionistischen Umtriebe zu spüren bekamen, sorgt die robuste Konsumkonjunktur für deutlich ansteigende Importe. Die preisbereinigten Einfuhren legten mit einem Plus in Höhe von 3,3 Prozent deutlich stärker zu als die Exporte mit 2,0 Prozent. Während das gesamte Bruttoinlandsprodukt um 1,4 Prozent wuchs, war bei der realen Inlandsnachfrage sogar ein Zuwachs von 1,8 Prozent zu beobachten.
  • Während die gesamtwirtschaftliche Exportquote im vergangenen Jahr konstant blieb, war sie in der deutschen Papierverarbeitenden Industrie tendenziell rückläufig. Gleichwohl lag der Anteil der Auslandsumsätze am Gesamtumsatz mit 26,9 Prozent immer noch auf einem recht hohen Niveau. Seit dem Jahr 2013 hat sich die Umsatzstruktur der Branche verschoben. Dabei gewinnt der Inlandsmarkt wieder mehr an Bedeutung.
  • Entsprechend lag das Wachstum bei den Inlandsumsätzen der Papierverarbeitenden Industrie auch im Jahr 2018 über dem Wachstum der Auslandsumsätze. Während die Inlandsgeschäfte 2018 um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr expandierten, war bei den Ausfuhren der Branche ein Plus von 2,1 Prozent zu verzeichnen.

Umsatz

  • Der Gesamtumsatz der deutschen Papierverarbeitenden Industrie konnte im Jahr 2018 wieder die Schwelle von 20 Milliarden Euro deutlich überschreiten. Die Inlands- und Auslandsumsätze beliefen sich sogar insgesamt auf 21,3 Milliarden Euro.
  • Damit wurde im Zeitraum seit 2005 das höchste Umsatzniveau realisiert. Nur im Jahr 2011 lag das Umsatzvolumen bei einer ähnlichen Größenordnung. Bei diesem langfristigen Umsatzvergleich sind jedoch die vielfachen statistischen Änderungen bei den Branchenabgrenzungen zu berücksichtigen, die eine direkte Gegenüberstellung der Jahreswerte einschränken. Während bei den Revisionen in den Jahren 2015 und 2017 der Umsatz höher ausfiel, führte die aktuelle Änderung zu einer Umsatzminderung der Branche. Gleichwohl lagen die Umsätze im Jahr 2018 um 700 Millionen Euro oder um 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
  • Im Jahresverlauf 2018 hat die Umsatzentwicklung allerdings deutlich nachgelassen. Während im Vorjahr das Umsatzvolumen vom vierten Quartal das Ergebnis vom ersten Quartal deutlich übertreffen konnte, lagen die Umsätze auf Quartalsbasis zum Jahresende 2018 unter jenen vom Jahresanfang 2018.
  • Bei den Inlandsumsätzen gab es im Jahr 2018 ein Plus in Höhe von 3,7 Prozent. Die Auslandsgeschäfte expandierten mit 2,1 Prozent merklich schwächer. Gleichwohl ist das im Kontext der schwächer laufenden Weltwirtschaft erfreulich. Während die Geschäfte mit Kunden aus dem Euroraum im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent ausgebaut werden konnten, war dagegen das Ausfuhrgeschäft außerhalb des Euroraums deutlich gedämpft. Hier beliefen sich die Zuwächse auf nur 0,5 Prozent.

  • Der Umsatz je Mitarbeiter ist in der deutschen Papierverarbeitenden Industrie im vergangenen Jahr angestiegen. Es konnte sogar fast der Rekordwert des Jahres 2011 erreicht werden. Im Jahresdurchschnitt 2018 beliefen sich die Umsätze je Mitarbeiter nunmehr auf fast 20.500 Euro. Geht man davon aus, dass die Statistikumstellung die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen mehr oder weniger gleichmäßig betrifft, dann ist bei diesem Indikator eine langfristige Vergleichbarkeit gewährleistet. Nachdem das Umsatzniveau je Mitarbeiter im Zeitraum 2011 bis 2015 durchgängig rückläufig war, ist seitdem eine spürbare Erholung eingetreten.
  • Der Anstieg der Umsatz-Mitarbeiter-Relation ergibt sich zum einen aus den deutlichen Zuwächsen beim Umsatz. Dieser übertraf 2018 das Vorjahresniveau um 3,3 Prozent. Gleichzeitig legte auch die Beschäftigung in der Papierverarbeitenden Industrie zu. Hier wurde im Vorjahresvergleich ein Plus von 1,5 Prozent gemessen. Infolge dessen resultierte beim Umsatz je Mitarbeiter ein Zuwachs in Höhe von 1,8 Prozent. Real betrachtet ging der Umsatz je Mitarbeiter leicht zurück.

  • Nach einem starken ersten und einem starken dritten Quartal schwächte sich die Umsatzentwicklung im Schlussquartal 2018 ab.

Entwicklung der Produktion

  • Im vergangenen Jahr konnte die deutsche Papierverarbeitende Industrie ein weiteres leichtes Wachstumsjahr verbuchen. Die Produktion der Branche legte mit Blick auf den Jahresdurchschnitt weiter zu. Damit hat sich die Trendwende, die im Jahr 2017 einsetzte, stabilisiert. Zuvor war über einen sechsjährigen Zeitraum ein durchgehender Rückgang der Branchenproduktion zu verkraften. Die Wirtschaftsleistung lag beim letzten Tiefpunkt im Jahr 2016 um 7,2 Prozent unter dem Höchstwert des Jahres 2011. Dieser Rekordwert von 2011 wurde aber auch im Jahresdurchschnitt 2018 mit 5,8 Prozent noch merklich unterboten. Da der Produktionsindex auf Basis fachlicher Betriebsteile und nicht auf Betriebsbasis berechnet wird, ist dieser Vergleich mit den vorhergehenden Jahren nicht durch die Schwerpunktverlagerung von Betrieben verzerrt.
  • Im Gesamtjahr 2018 lag die Produktion der Papierverarbeitenden Industrie um 0,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Wie bei der Umsatzentwicklung schwankte die Produktionstätigkeit im Jahresverlauf. Einem starken ersten Quartal folgten ein schwächeres zweites und ein wieder anziehendes drittes Quartal. Das Schlussquartal fiel unterdurchschnittlich aus, weil die Produktion im Dezember deutlich unter dem Jahresdurchschnitt lag. Das gilt auch für die (um die Anzahl der Arbeitstage) bereinigten Werte.

Preisentwicklung

  • Die industriellen Erzeugerpreise sind im Jahr 2018 deutlich angestiegen. Mit Blick auf alle Industrieprodukte (ohne Energiegüter) lagen die Erzeugerpreise im Jahresdurchschnitt 2018 um 1,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch im Jahr 2017 war bereits mit 2,8 Prozent ein merklicher Preisanstieg zu sehen. Dies mag auf den ersten Blick als ein deutlicher Preisdruck interpretiert werden. Das Bild relativiert sich aber, wenn die vorhergehende Stabilitätsphase berücksichtig wird, denn im Zeitraum 2011 bis 2016 war beim gesamten Verarbeitenden Gewerbe nahezu keine Preisbewegung zu beobachten. Die zumindest in den letzten beiden Jahren eingetretenen Preisanstiege können zum einen mit der hohen Kapazitätsauslastung in der Industrie erklärt werden. Zum anderen zogen zwischenzeitig auch die Energie- und Rohstoffpreise an.
  • Im Jahr 2018 stiegen die Erzeugerpreise der Papierverarbeitenden Industrie um 3,3 Prozent an – nach einem Plus von 0,4 Prozent im Vorjahr. Das signalisiert zuletzt im Vergleich zur gesamten Industrie mögliche verzögerte Preisspielräume. Mit Blick auf den Zeitraum seit 2011 war die Preisentwicklung in der Papierverarbeitenden Industrie identisch mit jener im Verarbeitenden Gewerbe (ohne Energiegüter).
  • Markante Preisbewegungen waren dagegen in der Papiererzeugenden Industrie zu sehen. Die Erzeugerpreise stiegen in dieser Branche im Jahr 2018 um 7 Prozent an. Die Preise schwanken dort wegen der Rohstoffkosten aber erheblich stärker.

Entwicklung der Produktivität und Lohnstückkosten

  • Im Jahr 2019 hat sich der Anstieg der Lohnstückkosten wieder beschleunigt. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Anstieg von 2,9 Prozent. Dieser Steigerungsrate war in etwa so hoch wie in den Jahren 2012 bis 2016 (jeweils gegenüber dem Vorjahr) und wesentlich höher als noch im Vorjahr (Vorjahresanstieg 2017: 1,4 Prozent).
  • Die Produktivität je Beschäftigten ist spiegelbildlich 2018 um 1,7 Prozent gesunken – im Jahr 2017 hatte sie noch stagniert. Auch die Produktivität entwickelte sich somit 2018 ähnlich wie in den Jahren 2012 bis 2016.
  • Im Laufe des Jahres 2018 hat sich die Entwicklung sowohl bei der Produktivität als auch bei den Lohnstückkosten verschlechtert. So erreichte der Produktionsindex kalender- und saisonbereinigt bereits im ersten Quartal des Jahres 2018 seinen Höchstwert und ist seitdem rückläufig. Auffällig ist besonders der kalender- und saisonbereinigte Rückgang von fast 2 Prozent im 4. Quartal 2018 gegenüber dem Vorquartal. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2019 ist indes wieder ein Anstieg festzustellen – im Februar 2019 wurde wieder der Wert des entsprechenden Vorjah-resmonats erreicht.

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