Pressemitteilungen

04.10.2018
HPV Pressemitteilung 09/2018

Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV): Tarifverhandlungen erfordern einen klaren Branchenfokus

Berlin, 04.10.18. Der Hauptverband der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie (HPV) startet am 10. Oktober 2018 in Berlin in die diesjährige Tarifrunde. Der Verhandlungsführer des HPV, Jürgen Peschel, setzt wie bei den letzten Tarifrunden auf einen konstruktiven Verhandlungsmodus. In Anbetracht der Forderung der Gewerkschaft ver.di werde sich dieses Ziel allerdings nicht leicht umsetzen lassen. Diese verlangt nach einer Anhebung der Löhne und Gehälter von 6,0 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 90 EUR steigen.

„Wir sind sehr gespannt, wie die Gewerkschaft ver.di ihre Forderung begründen will. Bereits im Vorfeld haben wir mit Fakten belegt, warum ein Vergleich unserer Branche mit der gesamtwirtschaftlichen Lage nicht zum Ziel führen wird“, sagte Peschel. „Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen steht die Papier- und Kunststoffverarbeitung seit Jahren vor Herausforderungen, die vielfach struktureller Natur sind. Dazu zählen vor allem die gestiegenen Rohstoffpreise, die nicht an die Kunden überwälzt werden konnten und können. Hinzu kommt neben weiteren Aspekten ein verschärfter Wettbewerb durch viele neue Produktionsstätten im grenznahen Ausland.

Bereits vor einem halben Jahr haben wir die Löhne und Gehälter um 2,1 Prozent angehoben. Bei den Auszubildenden vergüten wir schon überdurchschnittlich. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Forderung der Gewerkschaft ver.di von 6 Prozent mehr Lohn sehr weit von dem entfernt, was die Unternehmen verkraften können. Und sie verkennt einen wichtigen Grundsatz: Die Tarifpartner müssen bei den Verhandlungen immer die besonderen wirtschaftlichen Faktoren der eigenen Branche berücksichtigen“, so Peschel weiter. Diese zählt aktuell in Deutschland etwa 600 Betriebe mit rund 100.000 Beschäftigten.

Die erste Verhandlungsrunde zwischen HPV und ver.di beginnt am 10. Oktober 2018 um 13.00 Uhr im Hotel Titanic Chaussee, Chausseestraße 30, 10115 Berlin. Der Verhandlungsführer des HPV, Jürgen Peschel und der Hauptgeschäftsführer, Stefan Rössing, stehen im Vorfeld und während der Verhandlungsrunde für Fragen und Interviews gerne zur Verfügung.

Kontakt:
Stefan Rössing, Hauptgeschäftsführer des HPV
T 030 / 24 78 183 10
E stefan.roessing@hpv-ev.org

Wolfram Zabel, Geschäftsführung 74z Consult
T 0151 / 23 45 32 62
E waz@74z.de

Der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) e.V. vertritt als Dachverband von neun regionalen Landesverbänden und einem fachlichen Arbeitgeberverband die Interessen der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie in Deutschland. Als Spitzenverband der Branche verleiht er circa 600 Betrieben mit rund 100.000 Mitarbeitern in sozial- und tarifpolitischen Fragen international und auf Bundesebene eine Stimme. So ist der HPV die arbeitgeberseitige Tarifvertragspartei von ver.di. Außerdem vertritt er die Brancheninteressen in der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM).

20.09.2018
HPV Pressemitteilung 08/2018

ver.di-Forderung verkennt die wirtschaftlichen Besonderheiten der Branche

Berlin, 20.09.18. Die Tarifverhandlungen der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie beginnen am 10. Oktober 2018 mit einer ersten Verhandlungsrunde in Berlin. Heute veröffentlichte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ihre Forderung nach einer Anhebung der Löhne und Gehälter von 6,0 Prozent, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Aus-bildungsvergütungen sollen um 90 EUR steigen. Diese Forderung ignoriert komplett die wirtschaftlichen Besonderheiten unserer Branche, teilte der HPV in Berlin mit.

„Tarifverhandlungen sind das wichtigste Instrument, um die branchenspezifischen Besonderheiten in gemeinsamen Abschlüssen zu berücksichtigen. Dies ist die Basis dafür, dass Beschäftigte und Unternehmen gleichermaßen von Tarifabschlüssen profitieren“, sagte der HPV-Verhandlungsführer Jürgen Peschel. „In der letzten Woche haben wir in einem Statement zur wirtschaftlichen Situation in der Papier- und Kunststoffverarbeitung ausführlich dargelegt, dass die finanziellen Handlungsspielräume bei vielen unserer Mitglieder weiterhin abnehmen. An diesen Unternehmen muss sich ein Flächentarifabschluss orientieren und nicht an den Spitzenreitern der Branche – ganz zu schweigen von einem Vergleich mit den Tarifabschlüssen anderer Branchen, die gerne als Vorbild angeführt werden.

Wir setzen auf faire Verhandlungen, die vor allem die Sicherheit und die Zukunft unserer Branche im Fokus haben. Als eine vernünftige Verhandlungsbasis ist die jetzt veröffentlichte ver.di-Forderung daher ungeeignet“, konstatierte Peschel. „Die tariflichen Ausbildungs-vergütungen unserer Branche liegen bereits heute deutlich über dem Durchschnitt. Die Forderung zur Anhebung um mehr als 10 Prozent im ersten Ausbildungsjahr führt im Ergebnis dazu, dass weniger Betriebe ausbilden werden – ganz einfach, weil die finanziellen Handlungsspielräume vieler Unternehmen dies nicht zulassen“, so Peschel weiter.

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Stefan Rössing, Hauptgeschäftsführer des HPV
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13.09.2018
HPV Pressemitteilung 07/2018

Erwartungen an die nächste Entgelterhöhung sollten die Lage der Branche widerspiegeln

Berlin, 13.09.18. Im nächsten Monat stehen die Tarifverhandlungen in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie an. Der HPV appelliert im Vorfeld der Tarifrunde an die Gewerkschaft ver.di, bei ihrer Lohnforderung die Besonderheiten der Branche zu berücksichtigen.

„Wir wertschätzen die Leistung unserer Mitarbeiter und dies kommt auch in den Entgelterhöhungen der letzten Tarifrunden zum Ausdruck. So sind die Löhne bereits im April dieses Jahres um 2,1 Prozent gestiegen“, sagte HPV-Präsident Jürgen Peschel. „Richtig ist, dass die Umsätze zuletzt zugelegt haben und die Auslastung der Unternehmen in vielen Teilen unserer Branche recht gut ist. Richtig ist aber auch, dass wir in den letzten Jahren mit einem enormen Kostenanstieg durch hohe Rohstoffpreise zu kämpfen haben. Gleichzeitig können wir seit langem die Kostensteigerungen nur zum Teil an die Kunden weitergeben. Dies verringert die Finanz- und damit die Handlungsspielräume der Unternehmen erheblich“, sagte Peschel.

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stützt die Aussagen des HPV-Präsidenten. Die ausgewerteten Daten des Statistischen Bundesamtes zeichnen kein positives Bild, zum Beispiel bei der Wellpappenproduktion. Dort sind die Preise für Wellpappenrohpapier seit 2015 um 19,7 Prozent gestiegen.

Neben der branchenspezifischen wirtschaftlichen Situation verweist der HPV auf viele äußere Faktoren, die zusätzlich die finanziellen Spielräume der Unternehmen verengen. Dazu zählen beispielsweise höhere Energiepreise und steigende Logistikkosten. Hinzu kommen konjunkturelle Risiken durch Handelskriege und eine sich verschärfende Wettbewerbssituation durch Unternehmen im europäischen Ausland.

Auch die aktuell laufende Umfrage des HPV zur wirtschaftlichen Situation der Branchenunternehmen spiegelt bis zum jetzigen Zeitpunkt ein heterogenes Bild wider. Als Trend zeichnet sich ab, dass es mehr Unternehmen gibt, die von der allgemeinen Konjunkturlage nicht in dem Maße profitieren, wie man es vermuten würde.

„Die allgemeine wirtschaftliche Situation in Deutschland und die Tarifabschlüsse ande-rer Branchen dürfen deshalb nicht zur Richtschnur für die nächste Tarifrunde in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie werden. Für uns stand in den letzten Jahren bei den Tarifverhandlungen eines immer im Vordergrund: Die erzielten Ergebnisse für Arbeitnehmer und Unternehmen müssen auch die Sicherheit und die Zukunft im Blick behalten. Wenn die Gewerkschaft alle Faktoren ins Kalkül zieht, die wir angeführt haben, müsste die Lohnforderung entsprechend fair ausfallen“, sagte HPV-Präsident Peschel.

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01.08.2018
HPV Pressemitteilung 06/2018

HPV zeichnet die Jahrgangsbesten in Beruf und Studium aus

Preisverleihung für die jahrgangsbesten Techniker bei den Abschlussfeiern in Altenburg und München sowie der besten Bachelorabsolventen an der Hochschule München

Berlin, 31. Juli 2018. Der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) e.V. verlieh auch in diesem Jahr wieder Preisgelder für die jahrgangsbesten Techniker/innen und Bachelorabsolventen/innen. Traditionell zeichnet der HPV seit vielen Jahren die besten Absolventen/innen der verschiedenen Ausbildungsbereiche aus – mit Urkunden und Geldpreisen in einem Gesamtwert von 4.500 EUR. Die Jahrgangsbesten erhalten jeweils Preisgelder vom 1.000 EUR, die Zweitplatzierten ein Preisgeld von 500 EUR.

„Mit der Besten-Prämierung honoriert der HPV die Anstrengungen der jungen Mitarbeitenden und Studierenden für unsere Branche. Wir setzen darauf, dass wir auf diesem Weg unsere Branche weiterhin attraktiv und interessant für junge Nachwuchskräfte machen,“ so Stefan Rössing, Hauptgeschäftsführer des HPV.

In diesem Jahr wurden wieder Preisgelder in zwei Kategorien ausgelobt. Für die Technikerausbildung an den Berufsschulen in Altenburg (Thüringen) und München sowie für den Bachelor-Studiengang Papier und Verpackung, Studienrichtung Verpackungstechnik und Kunststofftechnologie an der Hochschule München.

Bereits am 15. Juni 2018 wurden Martina Brandes und Stefan Meßlage für Ihrem Abschluss zur/m Staatlich geprüften Papiertechniker/in an der Berufsschule in Altenburg ausgezeichnet. Beide hatten sich für die in Altenburg angebotene berufsbegleitende vierjährige Weiterbildung zur/m Papiertechniker/in entschieden.

Bernhard Berle und Moritz Specht wurden am 18. Juli 2018 für Ihren Abschluss zum Staatlich geprüften Papiertechniker an der Alois Senefelder Berufsschule in München als Jahrgangsbeste ausgezeichnet. Zusammen mit vier weiteren Absolventen entschieden sie sich nach ihrer Berufsausbildung für eine zweijährige, Weiterbildung in Vollzeit zum Papiertechniker. „Wir freuen uns darüber, dass Sie sich für eine Karriere in unserer Wachstumsbranche entschieden haben, sagte Rössing, der die Jahrgangsbesten auf der Abschlussfeier ehrte.

Für den besten Abschluss des Bachelor-Studiengangs Papier- und Verpackung, Studienrichtung Verpackungstechnik und Kunststofftechnologie an der Hochschule München wurde Felix Hiller ausgezeichnet; den zweitbesten Abschluss im Studiengang erreichte Celina Kuhn. Beide erhielten ihre Auszeichnung am 31. Juli 2018 in München.

 

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Stefan Rössing, Hauptgeschäftsführer des HPV
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24.07.2018
Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV): Gute Konjunktur kommt nicht überall in der Branche an

Berlin, 16.1.18. Anlässlich des ersten Branchentreffens im neuen Jahr am 15. Januar 2018 in Berlin bezieht HPV-Präsident Jürgen Peschel Stellung zur wirtschaftlichen Situation in der Papier- und Kunststoffverarbeitung:

„Die Unternehmen der Papier- und Kunststoffverarbeitung können nur bedingt in den Kanon der allgemeinen Begeisterung über die momentan gute gesamtwirtschaftliche Lage einstimmen. Die Situation der verschiedenen Teilbranchen ist weiterhin sehr unterschiedlich: Wir haben Branchenzweige in denen es ähnlich gut läuft wie in der Gesamtkonjunktur, gleichzeitig gibt es andere mit durchwachsener oder sogar angespannter Wirtschaftslage.“

Wer sich ein umfassendes Bild der Branche machen wolle, müsse die konjunkturelle Entwicklung über einen längeren Zeitraum bewerten: So relativiere sich die gute Auftragslage der letzten Monate, beispielsweise im Segment Wellpapp-Verpackungen vor dem Hintergrund der Entwicklungen der Papierpreise. Weiterhin seien große Branchenbereiche betroffen von strukturellen Veränderungen, wegbrechenden Auslandsmärkten oder zusätzlichen internationalen Konkurrenten aus Mittel- und Osteuropa.

„Jeder Kaufmann weiß, dass sich volle Auftragsbücher nicht immer in steigenden Gewinnen niederschlagen. Den Unternehmen unserer Branche machen vor allem die enormen Preissteigerungen im Rohstoffeinkauf zu schaffen. Hinzu kommen zum Beispiel die stark steigenden Energiepreise. In den letzten Jahren ist es nicht gelungen, die gestiegenen Kosten an die Marktpartner weiterzugeben.“

Im Nachgang des letzten Tarifabschlusses zeigt sich vor allem in lohnintensiven Teilbranchen, dass die starken Tariferhöhungen der letzten sechs Jahre vielen Unternehmen wenig Spielraum für wichtige Investitionen lassen.

Vor dem Hintergrund der anstehenden Koalitionsverhandlungen adressiert der HPV an die politisch Verantwortlichen, auch in Zeiten einer guten Konjunktur positive wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den Fokus zu rücken: „Die nach oben korrigierten Prognosen der Wirtschaftsinstitute dürfen die Politik nicht dazu verleiten, die Unternehmen in ihrer Handlungsfähigkeit einzuschränken.“

In der Papier- und Kunststoffverarbeitung sind zur Zeit rund 100.000 Mitarbeiter in rund 600 Betrieben beschäftigt.

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Stefan Rössing, Hauptgeschäftsführer des HPV
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