05.01.2026
Sozialpolitische Kerndaten - Dezember 2025
Sozialpolitische Kerndaten - Dezember 2025
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Vorbemerkung:
Aufgrund von Schwerpunktverlagerungen wurden ab Januar 2025 erneut Betriebe innerhalb der Wirtschaftszweige (Abteilung, Gruppe, Klasse der WZ 2008) neu zugeordnet. Insgesamt bleiben die Auswirkungen der neuen Zuordnung überschaubar. Dennoch ergeben sich bei den Daten für Betriebe in den Wirtschaftszweigen gewisse Veränderungen, die bei einem durchgehenden Zeitvergleich zu berücksichtigen sind. Dies gilt vor allem für den intertemporalen Vergleich der Beschäftigung und des Umsatzes.
1. Anzahl der Betriebe

- Die konjunkturelle Schwächephase der deutschen Volkswirtschaft hält auch im dritten Quartal 2025 an. Gesamtwirtschaftlich betrachtet stagnierte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, kalender- und saisonbereinigt. Positiv entwickelten sich laut Statistischen Bundesamt die Ausrüstungsinvestitionen, während die Exporte abnahmen. Negativ auf das konjunkturelle Gesamtbild wirkten sich vor allem die schwache Entwicklung der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe aus. Im Verarbeitenden Gewerbe ging die reale Bruttowertschöpfung kalender- und saisonbereinigt im dritten Quartal um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück. Im Baugewerbe ergab sich ein Minus von 0,6 Prozent. Während sich die Krise im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem zweiten Quartal verschärft hat, hat sie sich die Lage am Bau verbessert.
- Für das gesamte Jahr 2025 gehen viele Konjunkturforscher inzwischen von einem gesamtwirtschaftlichen „Mini-Wachstum“ von 0,1 bis 0,3 Prozent aus. Am pessimistischsten ist die Sie erwartet ein „Null-Wachstum“. Für 2026 liegen die Prognosen zwischen 0,8 (Institut für Weltwirtschaft) und 1,4 Prozent (gewerkschaftsnahes Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung), davon entfallen 0,25 Prozent auf zwei wegfallende Feiertage.
- In der Papierverarbeitenden Industrie gab es im Jahr 2024 insgesamt 457 Betriebe mit mindestens 50 Beschäftigten. In den ersten drei Quartalen 2025 waren es drei Betriebe weniger.
2. Entwicklung der Anzahl der Beschäftigten

- Die Anzahl der Beschäftigten in der Papierverarbeitenden Industrie sinkt seit dem Höchststand von 2018 kontinuierlich. Im Durchschnitt des Jahres 2018 waren in den Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten 86.688 Personen beschäftigt, 2024 waren es durchschnittlich 80.466 und in den ersten drei Quartalen 2025 noch 79.015.
- Insgesamt sank die Zahl der Beschäftigten seit dem Jahr 2018 um 7.673 Personen. Damit ist die Beschäftigung seit 2018 um 8,9 Prozent zurückgegangen. In einer längerfristigen Betrachtung fällt die Bilanz dagegen besser aus. Im Vergleich zum Jahr 2010 sank die Zahl der Beschäftigten um lediglich 4.593 Personen. Das entspricht einem prozentualen Rückgang von 5,6 Prozent.
- Nachdem schon 2024 ein nahezu kontinuierlicher Beschäftigungsabbau zu beobachten war, setzte im Laufe des Jahres 2025 eine Konsolidierung ein. Im ersten Quartal 2025 sank die Anzahl der Beschäftigten noch um 1.244 auf durchschnittlich 79.222. Im zweiten Quartal verlangsamte sich der Rückgang auf 313 Personen. Im dritten Quartal gab es einen leichten Anstieg um 106 Personen auf durchschnittlich 79.015 Beschäftigte. Ob dies eine Trendwende anzeigt, muss abgewartet werden. Auch im dritten Quartal 2024 gab es eine moderate Zunahme der Anzahl der Beschäftigten gegenüber dem zweiten Quartal 2024. Dieser Zunahme folgte in den ersten beiden Quartalen 2025 aber wieder eine Abnahme.
3. Bruttoentgelte je Arbeitnehmer

- Das monatliche Bruttoentgelt je Beschäftigten belief sich in der Papierverarbeitenden Industrie in den ersten drei Quartalen 2025 auf durchschnittlich 4.064 Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Anstieg von 102 Euro oder 2,6 Prozent. Je Stunde gerechnet fiel der Anstieg mit 2,7 Prozent in etwa gleich stark aus.
- Damit fiel die Lohndynamik im Vergleich zu den Vorjahren wieder etwas gemäßigter aus. Denn in den Jahren 2021 bis 2024 stiegen die Bruttoentgelte im Vergleich mit dem jeweiligen Vorjahr zwischen 2,8 Prozent (2021) und 4,0 Prozent (2024). Auf Stundenbasis hatten sich die Bruttoentgelte 2022 und 2023 im Vorjahresvergleich sogar um jeweils knapp 6 Prozent erhöht, ehe 2024 mit einem Anstieg von 2,5 Prozent wieder eine Beruhigung der Lohndynamik einsetzte.
- Der Verbraucherpreisanstieg hat sich in den ersten drei Quartalen 2025 weiter stabilisiert und betrug im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2,2 Prozent. Damit ist die Kaufkraft der Bruttoverdienste in den ersten drei Quartalen 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht gestiegen, obwohl die steuerfreie Inflationsausgleichsprämie bereits Ende 2024 auslief.
4. Tariflohnentwicklung

- Der letzte Entgelttarifvertrag für die Papierverarbeitende Industrie datiert vom März 2025. Die Vereinbarung sieht eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 Prozent über eine Laufzeit von 27 Monaten vor. Damit gilt der neue Tarifvertrag bis Ende April 2027.
- Im Einzelnen sieht der Abschluss vor, dass die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen in drei Stufen angehoben werden. Zum 1. Juli 2025 gab es eine erste Erhöhung von 2,0 Prozent. Zum 1. Mai 2026 steigen die Entgelte dann um weitere 2,4 Prozent und zum 1. Januar 2027 noch einmal um 1,1 Prozent. Für die Unternehmen bedeutet das Planungssicherheit in einem schwierigen Umfeld.
- Nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank ergab sich für die Papier-verarbeitende Industrie kalenderjährlich und je Stunde gerechnet im Jahr 2024 eine Kostenbelastung von 4,1 Prozent. Dabei sind Nebenvereinbarungen wie Urlaubsgeld, Jahressonderzahlungen, vermögenswirksame Leistungen oder Einmalzahlungen wie Inflationsausgleichsprämien berücksichtigt. Für den Durchschnitt aller Branchen ermittelte die Bundesbank 2024 einen Zuwachs von 6,2 Prozent. Im ersten Quartal 2025 schwächte sich der gesamtwirtschaftliche Anstieg vorübergehend (auf 1,0 Prozent) ab. Im zweiten Quartal lag der Zuwachs allerdings bei 5,8 Prozent. Aufgrund des Wegfalls von Inflationsausgleichsprämien ergab sich im dritten Quartal dann ein Rückgang um 0,1 Prozent. Für das gesamte Jahr erwartet der Sachverständigenrat einen Tariflohnanstieg von 2,5 Prozent. Dieser beschleunigt sich 2026 auf 2,8 Prozent.
5. Exportquote

- Im Durchschnitt lag der Auslandsumsatz in den ersten drei Quartalen 2025 bei 602 Millionen Euro je Monat. Damit wurde der Wert des Vorjahreszeitraums von 603 Millionen Euro pro Monat minimal, um 0,1 Prozent, unterschritten.
- In relativer Betrachtung haben die Auslandsmärkte für die deutsche Papier-verarbeitende Industrie in den ersten drei Quartalen mit einer Exportquote von 32,0 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreshalbjahr weiter an Bedeutung gewonnen – damals betrug der Umsatzanteil des Auslands 31,6 Prozent. Gleichzeitig wurde der Rekordwert des Gesamtjahres 2024 von 31,8 Prozent übertroffen.
- Ein Blick auf die langfristige Entwicklung der Exportquote zeigt, dass der Anteil der Auslandsgeschäfte im Durchschnitt der Branche zwischen 2010 und 2012 recht stabil blieb. Nach einem Anstieg auf 30,6 Prozent im Jahr 2013 kam es ab 2014 zu einem Rückgang, der bis 2018 andauerte (Exportquote 26,9 Prozent). Im folgenden Jahr sprang die Exportquote dann um mehr als 2 Prozentpunkte nach oben. Zwischen 2019 und 2022 blieb die Exportquote mit Werten zwischen 29,1 und 29,6 Prozent annähernd stabil, ehe 2023 ein neuer Rekordwert erzielt wurde, der im Jahr 2024 und in den ersten drei Quartalen 2025 noch deutlich übertroffen wurde.
6. Umsatz

- In den ersten drei Quartalen 2025 lag der Gesamtumsatz in der Papierverarbeitenden Industrie bei 16,95 Milliarden Euro. Gegenüber dem Umsatz des gleichen Vorjahreszeitraums in Höhe von 17,21 Milliarden Euro ergab sich damit ein Minus von 0,26 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 1,5 Prozent. Der Rückgang beruht auf einem rückläufigen Inlandsumsatz. Dieser sank um 2,1 Prozent von 11,78 in den ersten drei Quartalen 2024 auf 11,52 Milliarden Euro im Vergleichszeitraum 2025. Der Auslandsumsatz blieb mit 5,42 Milliarden Euro nahezu stabil. Durch den Rückgang des Inlandsumsatzes ging auch der Anteil der Inlandsumsätze am Gesamtumsatz zurück. In den ersten drei Quartalen 2024 lag die Quote noch bei 68,4 Prozent. Für den Vergleichszeitraum 2025 ergibt sich eine Quote von 68,0 Prozent.
- Die Branche kämpft seit 2022 mit einer rezessiven Entwicklung. Nachdem der Umsatz vor allem 2022 durch steigende Preise stabilisiert wurde, schlug sich die schwache Branchenkonjunktur im Laufe des Jahres 2023 immer stärker auf die Umsatzentwicklung durch. Die Abwärtsdynamik hat sich zuletzt zwar abgeschwächt, hält aber an.
- In den ersten drei Quartalen 2025 lag der Erzeugerpreisindex mit 124,8 um 2,8 Prozentpunkte über dem entsprechenden Vorjahreswert.
7. Monatlicher Umsatz je Beschäftigten

- In den ersten drei Quartalen 2025 lag der Pro-Kopf-Umsatz bei 23.830 Euro und damit etwas über dem Niveau des gleichen Vorjahreszeitraums. Der Rückgang der nominalen Umsatzentwicklung (um 1,5 Prozent) wurde durch den parallelen Beschäftigungsabbau in der Pro-Kopf-Betrachtung überkompensiert. Entsprechend stieg die Pro-Kopf-Umsatzentwicklung geringfügig um 0,4 Prozent an.
- Im Jahr 2022 wurde beim Pro-Kopf-Umsatz ein Allzeithoch erreicht. Damals kam es zu einem preisbedingten Umsatzanstieg. Im Zuge der sich im Laufe des Jahres 2023 abschwächenden Preisdynamik schlug sich die schon seit 2019 schwache Branchenkonjunktur dann immer stärker in der Pro-Kopf-Umsatzentwicklung nieder, zumal die Unternehmen auf die Rezession mit einem allmählichen Abbau der Beschäftigung reagierten. Der Umsatz war zunächst stärker als die Beschäftigung zurückgegangen.
- In den Jahren 2023 und 2024 ging der Umsatz je Beschäftigten deutlich zurück. 2023 um fast 6 Prozent, 2024 um 3,5 Prozent. Diese Abwärtsdynamik ist im Laufe des Jahres 2025 ausgelaufen. Nachdem die Pro-Kopf-Umsätze in den ersten beiden Quartalen noch rückläufig waren, ergab sich im dritten Quartal 2025 ein Plus von 1,1 Prozent.
8. Entwicklung der Produktion

- In den ersten drei Quartalen 2025 lag der unbereinigte Produktionsindex (bezogen auf das Basisjahr 2021=100) im Durchschnitt nur noch bei 82,6. Damit zeigt sich bei Betrachtung der unbereinigten Werte ein noch niedrigerer Wert als im Jahresdurchschnitt 2024. Noch deutlicher ist der Rückgang im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum, als der unbereinigte Produktionsindex 84,7 betrug.
- In der quartalsmäßigen Betrachtung zeigt sich beim Blick auf die kalender- und saisonbereinigten Werte, dass der Produktionsindex seit dem dritten Quartal 2023 in einem relativ engen Korridor zwischen Indexwerten von 81,6 und 84,5 schwankt, wobei sich eine leicht sinkende Tendenz zeigt. Im aktuellen Quartal (drittes Quartal 2025) hat der bereinigte Produktionsindex mit 81,6 einen neuen Rekordtiefpunkt innerhalb des Untersuchungszeitraums erreicht.
- Betrachtet man die langfristige Entwicklung, zeigt sich, dass der Produktionsindex bis zum Jahr 2021 im Jahresdurchschnitt mindestens bei knapp 97 lag. Von diesen Werten ist der Produktionsindex seit 2023 sehr weit entfernt und es zeigen sich bisher keine Erholungstendenzen.
9. Preisentwicklung

- Der Erzeugerpreisindex in der Papierverarbeitenden Industrie lag im Durchschnitt der ersten drei Quartale 2025 bei 124,8 Prozent. Damit liegt er einerseits knapp über dem Niveau der Jahre 2022 und 2024, verfehlt aber andererseits den Rekordwert des Jahres 2023 um 1,7 Prozent. Gemessen an dem starken Anstieg der Erzeugerpreise von Mitte 2021 bis Januar 2023 um ein Drittel und dem darauffolgenden Rückgang bis Februar 2024 um knapp 9 Prozent, sind die Preise seitdem sehr stabil.
- In der langfristigen Betrachtung verliefen die Preise für Erzeugnisse der Papierverarbeitung und die Preise für den Gesamtindex der gewerblichen Produkte ohne Energie lange Zeit annähernd parallel. Im Jahr 2022 legten die Preise für die Erzeugnisse der Papierverarbeitung aber überdurchschnittlich stark zu, sodass der Preisindex im Jahresdurchschnitt 2022 um gut 9 Prozentpunkte höher lag als bei den gewerblichen Produkten ohne Energie. Im Durchschnitt des Jahres 2023 ist es bei einem ähnlich hohen Abstand geblieben, wobei sich der Abstand der beiden Indexreihen im Jahresverlauf verringerte. Seit Anfang 2024 laufen die Preise wieder annähernd parallel. Zuletzt – im September 2025 – betrug der Abstand 5,5 Prozentpunkte.
- In der Papiererzeugenden Industrie ist der Erzeugerpreisindex gegenüber seinem Höchstwert im Oktober 2022 von 153,5 deutlich gesunken. Im September 2025 lag der Index nur noch bei 114,6 und damit deutlich niedriger als in der Papierverarbeitenden Industrie (125,1).
10. Entwicklung von Produktivität und Lohnstückkosten

- In den ersten drei Quartalen 2025 sind die Lohnstückkosten weiter gestiegen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum legten sie um 3,6 Prozent zu. Damit hat sich das Anstiegstempo nur leicht verlangsamt. So fielen beispielsweise in den 2010er-Jahren die Lohnstückkostenerhöhungen durchgängig geringer aus. Dieser weitere deutliche Anstieg setzt überdies auf einem stark erhöhten Niveau an. Denn im Jahr 2023 schnellten die Lohnstückkosten um 15 Prozent nach oben und legten dann im Jahr 2024 um weitere 4,3 Prozent zu. Diese Entwicklung belastet die preisliche Wettbewerbsfähigkeit und die Ertragssituation der Betriebe.
- Ursächlich für den neuerlichen Anstieg der Lohnstückkosten ist die weiter gesunkene Produktion bei gleichzeitig nur moderatem Beschäftigungsrückgang in Verbindung mit um 2,6 Prozent gestiegenen Monatslöhnen.
- Die Produktivität je Beschäftigten ging in den ersten drei Quartalen 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,0 Prozent zurück. Bei dieser Rechnung sind Kalendereinflüsse berücksichtigt. Die Produktivität je Stunde sank in diesem Zeitraum um 1,4 Prozent – also etwas stärker. Somit setzt sich der Produktivitätsrückgang trotz des Einbruchs im Jahr 2023 und des weiteren Rückgangs im Jahr 2024 fort. Gleichzeitig erhöhten sich die Bruttomonatsverdienste im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2024 um 2,6 Prozent und die Bruttoverdienste je geleisteter Stunde um 2,7 Prozent.