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30.03.2026

Sozialpolitische Kerndaten - März 2026

Sozialpolitische Kerndaten - März 2026

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Vorbemerkung:

Aufgrund von Schwerpunktverlagerungen wurden ab Januar 2025 erneut Betriebe innerhalb der Wirtschaftszweige (Abteilung, Gruppe, Klasse der WZ 2008) neu zugeordnet. Insgesamt bleiben die Auswirkungen der neuen Zuordnung überschaubar. Dennoch ergeben sich bei den Daten für Betriebe in den Wirtschaftszweigen gewisse Veränderungen, die bei einem durchgehenden Zeitvergleich zu berücksichtigen sind. Dies gilt vor allem für den intertemporalen Vergleich der Beschäftigung und des Umsatzes.

1. Anzahl der Betriebe

  • Nachdem das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Jahren 2023 und 2024 geschrumpft ist, gab es 2025 wieder ein marginales Wachstum. Gesamtwirtschaftlich betrachtet stieg das BIP preisbereinigt nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 0,2 Prozent. Kalenderbereinigt ergibt sich ein Plus von 0,3 Prozent. Im Jahr 2023 war das BIP preisbereinigt noch um 0,9 Prozent und 2024 um 0,5 Prozent zurückgegangen. Das leichte Plus ist laut Statistischem Bundesamt vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurückzuführen. Demgegenüber gaben die Exporte – nicht zuletzt durch den Zollstreit zwischen den USA und der EU bedingt – erneut nach. Zudem hielt die Investitionsschwäche an. Das gilt für Investitionen in Bauten und Ausrüstungen gleichermaßen.
  • Für das Jahr 2026 gingen viele Konjunkturforscher vor dem Krieg im Iran von einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum von etwa 1 Prozent aus. Während das IfW 0,8 Prozent erwartete, prognostizierte das gewerkschaftsnahe IMK ein Plus von 1,4 Prozent. Davon entfiel allerdings ein Anteil von 0,2 bis 0,3 Prozent auf zwei wegfallende Feiertage. Zudem sorgt eine expansive Fiskalpolitik (staatliche Investitionen in die Infrastruktur) für Wachstumsimpulse. Durch den Krieg im Iran sind die Energiekosten allerdings drastisch gestiegen, was die Konjunktur belasten wird. Derzeit ist unsicher, in welchem Ausmaß. Das DIW hat seine Prognose von 1,3 auf 1,0 Prozent gesenkt.
  • Die Zahl der Betriebe mit mindestens 50 Beschäftigten ging in der Papierverarbeitenden Industrie von 457 auf 453 zurück.

2. Entwicklung der Anzahl der Beschäftigten

 

  • Seit dem Höchststand von 86.688 beschäftigten Personen im Jahr 2018 ist die Anzahl der Beschäftigten in der Papierverarbeitenden Industrie kontinuierlich gesunken. Im Durchschnitt des Jahres 2024 waren in der Branche durchschnittlich 80.466 Personen beschäftigt und 2025 durchschnittlich 78.774.
  • Damit waren in der Papierverarbeitenden Industrie zuletzt 7.914 Personen weniger beschäftigt als im Jahr 2018. Das entspricht einem Rückgang von 9,1 Prozent. In einer längerfristigen Betrachtung fällt die Bilanz dagegen besser aus. Im Vergleich zum Jahr 2010 sank die Zahl der Beschäftigten um lediglich 4.885 Personen. Das entspricht einem prozentualen Rückgang von 5,8 Prozent.
  • Der Beschäftigungsabbau hat sich zuletzt beschleunigt. Im Jahr 2025 gab es gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 2,1 Prozent. Im Jahr 2024 lag das Minus bei lediglich 0,8 Prozent und im Jahr 2023 bei 1,2 Prozent. Beim Vergleich der jährlichen Rückgänge fällt auf, dass das Minus im letzten Jahr das größte Minus seit dem Jahr 2018 war. Damit schlägt sich die anhaltende Branchenrezession mehr und mehr in der Arbeitsnachfrage der Unternehmen nieder.

3. Bruttoentgelte je Arbeitnehmer

  • Das monatliche Bruttoentgelt je Beschäftigten belief sich in der Papierverarbeiten-den Industrie im Jahr 2025 auf durchschnittlich 4.171 Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von 109 Euro oder 2,7 Prozent. Je Stunde gerechnet fiel der Anstieg mit 2,4 Prozent etwas niedriger aus.
  • Damit fiel die Lohndynamik im Vergleich zu den Vorjahren wieder etwas gemäßigter aus. Denn in den Jahren 2021 bis 2024 stiegen die Bruttoentgelte im Vergleich mit dem jeweiligen Vorjahr zwischen 2,8 Prozent (2021) und 4,0 Prozent (2024). Auf Stundenbasis hatten sich die Bruttoentgelte 2022 und 2023 im Vorjahresvergleich sogar um jeweils knapp 6 Prozent erhöht, ehe 2024 mit einem Anstieg von 2,5 Prozent wieder eine Beruhigung der Lohndynamik einsetzte.
  • • Der Verbraucherpreisanstieg hat sich im Jahr 2025 weiter stabilisiert und betrug im Vergleich zum Vorjahr 2,2 Prozent. Damit ist die Kaufkraft der Bruttoverdienste in 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, obwohl die steuerfreie Inflationsausgleichsprämie Ende 2024 auslief.

4. Tariflohnentwicklung

  • Der letzte Entgelttarifvertrag für die Papierverarbeitende Industrie datiert vom März 2025. Die Vereinbarung sieht eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 Prozent über eine Laufzeit von 27 Monaten vor. Damit gilt der neue Tarifvertrag bis Ende April 2027.
  • Im Einzelnen sieht der Abschluss vor, dass die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen in drei Stufen angehoben werden. Zum 1. Juli 2025 gab es eine erste Erhöhung von 2,0 Prozent. Zum 1. Mai 2026 steigen die Entgelte dann um weitere 2,4 Prozent und zum 1. Januar 2027 noch einmal um 1,1 Prozent. Für die Unter-nehmen bedeutet das Planungssicherheit in einem schwierigen Umfeld.
  • Nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank ergab sich für die Papierverarbeitende Industrie kalenderjährlich und je Stunde gerechnet im Jahr 2025 eine Kostenbelastung von 1,4 Prozent nach 4,1 Prozent im Jahr 2024. Dabei sind Nebenvereinbarungen wie Urlaubsgeld, Jahressonderzahlungen, vermögenswirksame Leistungen oder Einmalzahlungen wie Inflationsausgleichsprämien berücksichtigt. Für den Durchschnitt aller Branchen ermittelte die Bundesbank 2025 einen Zuwachs von 2,5 Prozent nach 6,3 Prozent im Jahr 2024.

5. Exportquote

  • Im Durchschnitt lag der Auslandsumsatz im Jahr 2025 bei 596 Millionen Euro je Monat. Damit wurde der Wert des Vorjahreszeitraums von 603 Millionen Euro pro Monat um 1,1 Prozent unterschritten.
  • In relativer Betrachtung haben die Auslandsmärkte für die deutsche Papier-verarbeitende Industrie im Jahr 2025 mit einer Exportquote von 32,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr weiter an Bedeutung gewonnen. Dabei wurde auch der Rekordwert des Jahres 2024 von 31,8 Prozent übertroffen.
  • Ein Blick auf die langfristige Entwicklung der Exportquote zeigt, dass der Anteil der Auslandsgeschäfte im Durchschnitt der Branche zwischen 2010 und 2012 recht stabil blieb. Nach einem Anstieg auf 30,6 Prozent im Jahr 2013 kam es ab 2014 zu einem Rückgang, der bis 2018 andauerte (Exportquote 26,9 Prozent). Im folgenden Jahr sprang die Exportquote dann um mehr als 2 Prozentpunkte nach oben. Zwischen 2019 und 2022 blieb die Exportquote mit Werten zwischen 29,1 und 29,6 Prozent annähernd stabil, ehe 2023 ein neuer Rekordwert erzielt wurde, der in den Jahren 2024 und 2025 erneut deutlich übertroffen wurde.

6. Umsatz

  • Der Gesamtumsatz in der Papierverarbeitenden Industrie lag im Jahr 2025 bei 22,3 Milliarden Euro. Gegenüber dem Umsatz des gleichen Vorjahreszeitraums in Höhe von 22,0 Milliarden Euro ergab sich damit ein Minus von 0,45 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 2,0 Prozent.
  • Der Rückgang beruht sowohl auf einem rückläufigen Inlands- als auch auf einem schrumpfenden Auslandsumsatz. Der Inlandsumsatz lag 2025 bei 15,1 Milliarden Euro und der Auslandumsatz bei knapp 7,2 Milliarden Euro. Dabei ging der Inlandsumsatz mit 2,4 Prozent spürbarer zurück als der Auslandsumsatz, der um 1,1 Prozent schrumpfte. Das schlägt sich auch im Anteil der Inlandsumsätze an den Gesamtumsätzen nieder. Lag der Anteil der Inlandsumsätze 2024 noch bei 68,2 Prozent, ging er 2025 leicht auf 67,9 Prozent zurück.
  • Die Umsätze gingen damit zum dritten Mal hintereinander spürbar zurück. Nachdem der Umsatz 2022 noch durch steigende Preise getrieben wurde, schlug sich die schwache Branchenkonjunktur seit 2023 immer stärker auf die Umsatzentwicklung durch. Nach einem Minus von 6,9 Prozent im Jahr 2023 folgte 2024 ein Minus von 4,2 Prozent. Zwar hat sich die Abwärtsdynamik 2025 abgeschwächt, dennoch hält die Branchenrezession an.

7. Monatlicher Umsatz je Beschäftigten

  • Der Pro-Kopf-Umsatz lag 2025 bei 23.584 Euro nach 23.567 Euro im Vorjahr. Entsprechend stieg die Pro-Kopf-Umsatzentwicklung geringfügig um 0,1 Prozent an. Dieses leichte Plus ergibt sich, weil der Rückgang der nominalen Umsatzentwicklung (um 2,0 Prozent) durch den parallelen Beschäftigungsabbau (um 2,1 Prozent) in der Pro-Kopf-Betrachtung überkompensiert wurde.
  • Das Jahr 2022 markierte beim Pro-Kopf-Umsatz ein Allzeithoch. Damals kam es zu einem preisbedingten Umsatzanstieg, der sich auch in der Pro-Kopf-Betrachtung zeigt. Im Zuge der sich im Laufe des Jahres 2023 abschwächenden Preisdynamik schlug sich die schon seit 2019 schwache Branchenkonjunktur dann immer stärker in der Pro-Kopf-Umsatzentwicklung nieder, zumal die Unternehmen auf die Rezession mit einem allmählichen Abbau der Beschäftigung reagierten. Allerdings ging der Umsatz zunächst stärker als die Beschäftigung zurück. Das hat sich 2025 geändert.
  • Wie stark die Unternehmen die Beschäftigung im letzten Jahr an die schwache Produktions- und Umsatzentwicklung angepasst haben, sieht man beim Jahresvergleich. In den Jahren 2023 und 2024 ging der Umsatz je Beschäftigten jeweils weniger stark als der nominale Umsatz zurück. 2023 waren es 5,8 Prozent beim Umsatz je Beschäftigten und 6,9 Prozent beim nominalen Umsatz. 2024 waren es 3,5 Prozent beim Pro-Kopf-Umsatz und 4,2 Prozent beim nominalen Umsatz.

8. Entwicklung der Produktion

  • Im Jahr 2025 lag der unbereinigte Produktionsindex (bezogen auf das Basisjahr 2021=100) im Durchschnitt nur noch bei 81,7. Damit zeigt sich bei Betrachtung der unbereinigten Werte ein noch niedrigerer Wert als im Jahresdurchschnitt 2024. Der Rückgang gegenüber 2024 beträgt 1,6 Prozentpunkte beziehungsweise 1,9 Prozent.
  • In der quartalsmäßigen Betrachtung zeigt sich beim Blick auf die kalender- und saisonbereinigten Werte, dass der Produktionsindex in den letzten beiden Jahren in einem Korridor zwischen Indexwerten von 81,0 (September 2025) und 85,5 (Februar 2024) schwankt, wobei sich eine leicht sinkende Tendenz zeigt. Im Jahr 2025 hat der bereinigte Produktionsindex mit 82,1 einen neuen Rekordtiefpunkt innerhalb des Untersuchungszeitraums erreicht.
  • • Betrachtet man die langfristige Entwicklung, zeigt sich, dass der Produktionsindex bis zum Jahr 2021 im Jahresdurchschnitt mindestens bei knapp 97 lag. Von diesen Werten ist der Produktionsindex seit 2023 sehr weit entfernt und es zeigen sich bisher keine Erholungstendenzen.

9. Preisentwicklung

  • Der Erzeugerpreisindex in der Papierverarbeitenden Industrie lag im Jahr 2025 bei durchschnittlich 124,7 Prozent. Damit liegt er einerseits knapp über dem Niveau der Jahre 2022 und 2024, verfehlt aber andererseits den Rekordwert des Jahres 2023 um 1,8 Prozent. Gemessen an dem starken Anstieg der Erzeugerpreise von Mitte 2021 bis Januar 2023 um ein Drittel und dem darauffolgenden Rückgang bis Februar 2024 um knapp 9 Prozent, sind die Preise seitdem sehr stabil.
  • • In der langfristigen Betrachtung verliefen die Preise für Erzeugnisse der Papierverarbeitung und die Preise für den Gesamtindex der gewerblichen Produkte ohne Energie lange Zeit annähernd parallel. Im Jahr 2022 legten die Preise für die Erzeugnisse der Papierverarbeitung aber überdurchschnittlich stark zu, sodass der Preisindex im Jahresdurchschnitt 2022 um gut 9 Prozentpunkte höher lag als bei den gewerblichen Produkten ohne Energie. Im Durchschnitt des Jahres 2023 ist es bei einem ähnlich hohen Abstand geblieben, wobei sich der Abstand der beiden Indexreihen im Jahresverlauf verringerte. Seit Anfang 2024 laufen die Preise wieder annähernd parallel. Im Jahresdurchschnitt 2025 betrug der Abstand 5,2 Prozentpunkte.
  • • In der Papiererzeugenden Industrie ist der Erzeugerpreisindex gegenüber seinem Höchstwert im Oktober 2022 von 153,5 deutlich gesunken. Im Durchschnitt des Jahres 2025 lag der Index nur noch bei 116,4 und damit deutlich niedriger als in der Papierverarbeitenden Industrie (124,7).

10. Entwicklung von Produktivität und Lohnstückkosten

  • Im Jahr 2025 sind die Lohnstückkosten weiter gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr legten sie um 3,4 Prozent zu. Damit hat sich das Anstiegstempo nur leicht verlangsamt. So fielen beispielsweise in den 2010er-Jahren die Lohnstückkostenerhöhungen durchgängig geringer aus. Dieser weitere deutliche Anstieg setzt überdies auf einem stark erhöhten Niveau an. Denn im Jahr 2023 schnellten die Lohnstückkos-ten um 15 Prozent nach oben und legten dann im Jahr 2024 um weitere 4,3 Prozent zu. Diese Entwicklung belastet die preisliche Wettbewerbsfähigkeit und die Ertragssituation der Betriebe.
  • Ursächlich für den neuerlichen Anstieg der Lohnstückkosten ist die weiter gesunkene Produktion bei gleichzeitig nur moderatem Beschäftigungsrückgang in Verbindung mit um 2,7 Prozent gestiegenen Monatslöhnen.
  • Die Produktivität je Beschäftigten ging im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent zurück. Bei dieser Rechnung sind Kalendereinflüsse berücksichtigt. Die Produktivität je Stunde sank in diesem Zeitraum um 1,3 Prozent – also etwas stärker. Somit setzt sich der Produktivitätsrückgang trotz des Einbruchs im Jahr 2023 und des weiteren Rückgangs im Jahr 2024 fort.

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