Branchendaten

30.07.2019

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Vorbemerkung:

Aufgrund von Schwerpunktverlagerungen wurden ab Januar 2018 erneut Betriebe innerhalb der Wirtschaftszweige (Abteilung, Gruppe, Klasse der WZ 2008) neu zugeordnet. Bei den Daten für Betriebe ergeben sich hierdurch in den Wirtschaftszweigen gewisse Veränderungen, die einen durchgehenden Zeitvergleich einschränken. Dies gilt vor allem für den intertemporalen Vergleich der Beschäftigung und des Umsatzes.

Anzahl der Betriebe

  • Die deutsche Wirtschaft hat keinen Fehlstart in das Jahr 2019 hingelegt. Wider allen Erwartungen legte die preis- und saisonbereinigte Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2019 um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Viele Prognostiker hatten den Jahresstart deutlich schwächer eingeschätzt. Die Industrie befindet sich allerdings weiterhin in einer Rezession. Die Handelsstreitigkeiten rund um den Globus beeinträchtigen das deutsche Exportgeschäft und damit in erster Linie die Industrie. Dagegen erlebt die Bauwirtschaft eine anhaltende Hochkonjunktur. Die gute gesamtwirtschaftliche Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung, die hohe Zuwanderung in die Ballungszentren und die extrem niedrigen Zinsen beflügeln die Bauneigung. Auch der Staat treibt die Baukonjunktur durch seine höheren Investitionen infolge der guten Steuereinnahmen an. Die Beschäftigungs- und Zinsentwicklung sind letztlich auch die gleichen Gründe, warum der Konsum vergleichsweise gut läuft.
  • Die deutsche Industrie befindet sich seit dem Jahresanfang 2018 in einer ausgeprägten Rückwärtsbewegung (bedingt durch die Anpassungen im Automobilbereich und der weltweiten Handelskonflikte). Im ersten Quartal 2019 wurde das entsprechende Vorjahresergebnis bei der gesamten Industrieproduktion um 2,2 Prozent unterschritten. Auch die Papierverarbeitende Industrie lag in den ersten drei Monaten dieses Jahres bei ihrer Produktion um 0,4 Prozent unter dem Niveau des ersten Quartals 2018.

Entwicklung der Beschäftigten

  • Im Durchschnitt der ersten drei Monate des Jahres 2019 waren in der deutschen Papierverarbeitenden Industrie insgesamt 85.945 Personen beschäftigt. Das waren gut 320 Personen weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum und gut 740 Personen weniger als im Jahresdurchschnitt 2018. Dabei gilt aber zu beachten, dass im vergangenen Jahr hinsichtlich der Beschäftigung ein neuer Rekordwert in der Branche verzeichnet wurde.
  • Aufgrund von statistischen Schwerpunktverlagerungen von Betrieben sind solche langfristigen Vergleiche der Beschäftigungszahlen jedoch nur mit gewissen Einschränkungen aussagekräftig. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Korrekturen und Umbuchungen in den zugrundeliegenden Statistiken vorgenommen, die einer durchgängigen Vergleichbarkeit mit den Vorjahren entgegenstehen.
  • Im Verlauf der ersten drei Monate des Jahres 2019 war die Beschäftigungsentwicklung in der papierverarbeitenden Industrie nur leicht rückläufig. Dagegen wurden im gesamten Vorjahr deutlich stärkere Beschäftigungsbewegungen beobachtet: der Sommer war von einem Beschäftigungsaufbau und das Schlussquartal von einer Reduktion der Mitarbeiteranzahl in der Branche geprägt. Im ersten Quartal 2019 lag die Anzahl der Beschäftigten schließlich um 0,4 Prozent unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums.

Bruttoentgelte je Arbeitnehmer

  • Der monatliche Bruttolohn beziehungsweise das monatliche Bruttogehalt je Mitarbeiter in der deutschen Papierverarbeitenden Industrie belief sich im Jahresdurchschnitt 2018 auf 3.396 Euro. Das entsprach einem Anstieg von 0,2 Prozent. Im Vergleich zu den Jahren davor hat sich die Dynamik spürbar abgeschwächt.
  • Im ersten Quartal 2019 hat sich die Lohndynamik wieder etwas beschleunigt. Der Bruttomonatslohn stieg gegenüber dem ersten Quartal 2018 um 1,3 Prozent. Dass der Wert unter dem Jahresdurchschnitt 2018 liegt, hängt damit zusammen, dass Sonderzahlungen im vierten Quartal gezahlt werden.
  • Dem Anstieg der Bruttolöhne stand im ersten Quartal 2019 eine Teuerungsrate von 1,4 Prozent gegenüber.

Tariflohnentwicklung

  • Der im Februar 2019 erzielte Tarifabschluss sieht vor, die Entgelte in der Papier, Pappe und Kunststoffe verarbeitenden Industrie ab dem 1. März 2019 um 2,8 Prozent zu erhöhen. Zum 1. März 2020 folgt eine weitere Stufenanhebung von 2,7 Prozent. Für die Monate November 2018 bis Februar 2019 gab es keine Anhebung der Tabellenwerte (Nullmonate). Der Entgelttarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Januar 2021. Die Ausbildungsvergütungen wurden zum 1. März 2019 um einheitlich 90 Euro erhöht.
  • Kalenderjährlich ergibt sich nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank für 2018 eine Kostenbelastung von 1,6 Prozent (nach 2,1 Prozent für 2017). Dieser Anstieg lag damit deutlich unter der gesamtwirtschaftlichen Tariflohndynamik (2,8 Prozent).
  • Im Jahr 2019 wird sich der Anstieg der Tarifverdienste wohl beschleunigen. Hier wirkt sich für den Monat März ein statistischer Überhangeffekt aus (2018 stiegen die Löhne erst zum 1. April).

Exportquote

  • Auch im ersten Quartal 2019 war die Exportquote der deutschen Papierverarbeitenden Industrie weiterhin rückläufig. Damit setzte sich der Strukturwandel hinsichtlich des Branchenabsatzes weiter sachte fort. Seit dem Jahr 2013 nimmt die Bedeutung der Auslandsumsätze am Gesamtumsatz der Branche ab – nachdem die Exportquote im Zeitraum 2000 bis 2007, also bis zum Beginn der globalen Finanzmarktkrise, von knapp 20 auf knapp 30 Prozent angestiegen war und sich dann über einen längeren Zeitraum bei rund 30 Prozent hielt.
  • In den ersten drei Monaten des Jahres 2019 hatte der Auslandsumsatz nunmehr ein Gewicht von 26,4 Prozent am Gesamtumsatz der Papierverarbeitenden Industrie – das sind gut 4 Prozentpunkte weniger als der Rekordwert des Jahres 2013.
  • Der aktuelle Rückgang der Exportquote in der Papierverarbeitenden Industrie resultiert daraus, dass die Auslandsumsätze im ersten Quartal 2019 um 1,8 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert lagen. Dagegen konnte beim Umsatz mit Kunden im Inland ein Plus in Höhe von 0,9 Prozent realisiert werden.
  • Auch in der Papierverarbeitenden Industrie macht sich die schwächer tendierende Weltwirtschaft bemerkbar. Der zunehmende Protektionismus belastet offensichtlich mehr und mehr die Handelsoffenen Volkswirtschaften. In den letzten drei Quartalen hat der Außenbeitrag (Exporte abzüglich Importe) auf gesamtwirtschaftlicher Basis das Wirtschaftswachstum merklich vermindert.

Umsatz

  • Der aus den Verkäufen im Inland und im Ausland bestehende gesamte Umsatz der Papierverarbeitenden Industrie in Deutschland belief sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf insgesamt knapp 5,4 Milliarden Euro. Das entspricht mehr oder weniger dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums.
  • Damit bestehen zumindest mit Blick auf das erste Quartal gute Chancen, dass auch in diesem Jahr der Jahresgesamtumsatz die Schwelle von 20 Milliarden Euro erreichen kann. Im vergangenen Jahr belief sich der Umsatz der Papierverarbeitenden Industrie auf 21,3 Milliarden Euro, dem höchsten Wert seit 2005. Bei diesem Zeitvergleich gilt jedoch zu beachten, dass es im Betrachtungszeitraum eine Reihe von statistischen Änderungen bei den Branchenabgrenzungen gab. Während bei den Revisionen 2015 und 2017 der Umsatz der Papierverarbeitenden Industrie höher ausfiel, führte die neue Branchenzusammensetzung ab 2018 zu einem niedrigeren Umsatz.
  • Während beim Inlandsumsatz der Branche im ersten Quartal 2019 ein Plus gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum in Höhe von 0,9 Prozent erzielt werden konnte, gaben die Auslandsumsätze gleichzeitig um 1,8 Prozent nach. Wegen der höheren Bedeutung des Inlandsgeschäftes konnte beim Gesamtumsatz noch ein leichter Zuwachs von 0,1 Prozent realisiert werden. Beim Auslandsgeschäft war der Jahresstart vor allem durch den Umsatzrückgang mit den Kunden von außerhalb des Euroraums bedeutsam. Die Umsätze gaben hier um 3 Prozent nach. Die Verkäufe in den Euroraum gingen im ersten Quartal 2019 um 1,3 Prozent zurück.

  • Der Umsatz je Mitarbeiter lag im ersten Quartal 2019 in der deutschen Papierverarbeitenden Industrie bei monatlich 20.770 Euro. Das liegt erstmals über dem bisherigen Rekordwert des Jahres 2011 in Höhe von 20.743 Euro. Nachdem die monatlichen Umsätze je Mitarbeiter im Zeitraum 2011 bis 2015 durchgängig rückläufig waren, ist seitdem eine merkliche und durchgängige Verbesserung zu beobachten.
  • Wird davon ausgegangen, dass die statistischen Schwerpunktverlagerungen von Betrieben die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen mehr oder weniger gleichmäßig beeinflussen, dann ist beim Umsatz je Mitarbeiter eine langfristige Vergleichbarkeit gewährleistet. Bei den Umsätzen und der Anzahl der Mitarbeiter werden in dieser Betrachtung nur die Unternehmen mit 50 und mehr Beschäftigten betrachtet.
  • Die in den letzten Jahren zu beobachtende Verbesserung des Verhältnisses von Umsatz zu Mitarbeiter folgt aus der insgesamt nach oben gerichteten Umsatzentwicklung in der Papierverarbeitenden Industrie. Aber auch die Anzahl der Mitarbeiter konnte in den vergangenen Jahren erweitert werden. Mit Blick auf die ersten drei Monate dieses Jahres resultiert der Anstieg des monatlichen Umsatzes je Mitarbeiter von durchschnittlich 0,5 Prozent aus einem leichten Umsatzplus in Höhe von 0,1 Prozent bei einem gleichzeitigen Beschäftigungsrückgang von 0,4 Prozent.
  • Bei der Interpretation dieser Zuwächse von Umsatz und Umsatz je Mitarbeiter müssen auch die gestiegenen Erzeugerpreise berücksichtigt werden. Folglich ging der preisbereinigte Umsatz je Mitarbeiter im ersten Quartal 2019 zurück.

Entwicklung der Produktion

  • Die Produktion der deutschen Papierverarbeitenden Industrie lag in den ersten drei Monaten 2019 um 0,4 Prozent unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Der Start in das Jahr 2019 fiel somit spürbar gedämpfter aus.
  • Gleichwohl konnte der Jahresdurchschnittswert von 2018 in den ersten drei Monaten dieses Jahres noch übertroffen werden, und zwar um 2,3 Prozent. Damit bestehen gute Chancen, dass sich zumindest mit Blick auf die Jahresdurchschnittswerte die Trendwende bei der Produktion zunächst einmal verfestigt. Seit 2017 steigt die Produktion der Branche wieder an, nachdem sie über sechs Jahre durchgehend rückläufig war. Aber auch im ersten Quartal 2019 wurde der Rekordwert des Jahres 2011 noch immer um 3,4 Prozent verfehlt. Da der Produktionsindex auf Basis fachlicher Betriebsteile und nicht auf Betriebsbasis berechnet wird, ist dieser Vergleich mit den vorhergehenden Jahren nicht durch die Schwerpunktverlagerung von Betrieben beeinträchtigt.
  • Beim Vergleich des ersten Quartals 2019 mit dem gleichen Vorjahresquartal fällt die Umsatzentwicklung (+0,1 Prozent) etwas besser aus als die der Produktion (-0,4 Prozent). Dies liegt zum Teil auch an der Preisentwicklung der Branche, die sich in der nominalen Umsatzentwicklung positiv niederschlägt. Die preisbereinigten Umsätze dürften sogar etwas stärker nachgegeben haben als die Produktion.

Preisentwicklung

  • Die Erzeugerpreise für alle Industrieprodukte (ohne Energiegüter) lagen in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 1,2 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Damit hat sich auf Basis der gesamten Industriegüter die Entwicklung der beiden Vorjahre fortgesetzt, allerdings mit abnehmender Dynamik. Seit 2017 ziehen die industriellen Erzeugerpreise wieder an, nachdem sie über einen längeren Zeitraum von 2011 bis 2016 mehr oder weniger auf der Stelle getreten sind. Der Preisauftrieb in den letzten beiden Jahren war Folge hoch ausgelasteter Produktionskapazitäten und zum Teil auch wieder anziehender Rohstoff- und Energiepreise.
  • In der deutschen Papierverarbeitenden Industrie übertrafen die Erzeugerpreise im ersten Quartal 2019 das Niveau des gleichen Vorjahreszeitraums um 2,7 Prozent. Auch hier muss bei einer Bewertung die lange anhaltende Phase stagnierender Preise von 2011 bis 2016 berücksichtig werden. Insgesamt zeichnet die Papierverarbeitende Industrie seit dem Jahr 2005 mehr oder weniger die Preisentwicklung in der gesamten Industrie nach.
  • Dagegen sind die Preisbewegungen in der Papiererzeugenden Industrie aufgrund der höheren Energie- und Rohstoffintensität und der schwankenden Energie- und Rohstoffpreise deutlich ausgeprägter. Das zeigte sich auch in letzter Zeit. In den ersten drei Monaten des Jahres 2019 belief sich der Erzeugerpreisanstieg im Vergleich zum ersten Quartal 2018 ebenfalls auf 2,7 Prozent. Gemessen an den Jahresdurchschnitten fällt der Zuwachs allerdings moderat aus. In dieser Branche war im vergangenen Jahr ein Preisschub von 7 Prozent zu verzeichnen.

Entwicklung der Produktivität und Lohnstückkosten

  • Im ersten Quartal 2019 sind die Lohnstückkosten gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 1,6 Prozent gestiegen. Damit setzt sich zum Jahresbeginn 2019 der Trend steigender Lohnstückkosten fort. Zwischen 2011 und 2018 sind die Lohnstückkosten achtmal in Folge – also ununterbrochen – angestiegen. Die Veränderungsrate lag mit Anstiegsraten zwischen meist gut 2 Prozent und mehr als 3 Prozent in diesem Zeitraum aber höher als zuletzt. Lediglich im Jahr 2017 fiel sie mit 1,4 Prozent niedriger aus.
  • Die Produktivität je Beschäftigten ist spiegelbildlich zu den Lohnstückkosten im ersten Quartal 2019 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum leicht um 0,3 Prozent gesunken. Auch damit setzte sich ein Trend fort. Denn zwischen 2012 und 2018 war die Produktivität gegenüber dem Vorjahr fast durchgängig gesunken. Lediglich 2017 stagnierte sie im Vorjahresvergleich (Anstieg 0,1 Prozent). Da im ersten Quartal 2019 je Beschäftigten fast genauso viele Arbeitsstunden wie im ersten Quartal 2018 anfielen, gab es in diesem Zeitraum nur einen minimalen Unterschied zwischen der Produktivitätsentwicklung je Stunde und der Produktivitätsentwicklung je Beschäftigten.
  • Steigen die Lohnstückkosten im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr im gleichen Tempo wie im ersten Quartal dieses Jahres, wären die Lohnstückkosten 2019 um 24 Prozent höher als im Jahr 2010.

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