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Sozialpolitische Kerndaten der Branche - Stand September 2011 [Mehr]

Branchendaten

Sozialpolitische Kerndaten der Papier und Kunststoffe verarbeitenden Industrie


Ausgabe Dezember 2011
Daten 1. bis 3. Quartal 2011


Die wirtschaftliche Dynamik in der Papierverarbeitenden Industrie in Deutschland hat zuletzt nachgelassen. Gleichwohl wird das Jahr 2011 mit Blick auf Produktion und Umsatz ein neues Rekordjahr. Starke Impulse kommen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Das nachlassende Tempo erklärt sich auch daraus, dass die sehr gute Performance im Jahr 2010 von den Erholungseffekten nach der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise geprägt war. Im Gefolge des guten konjunkturellen Auftriebs nach dem Krisenjahr 2009 hat sich auch die Beschäftigungslage in der Papierverarbeitenden Industrie in Deutschland verbessert, was sich auch in der Einkommensentwicklung niederschlägt.


Inhalt



Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung (HPV) e.V.,
Institut der deutschen Wirtschaft Köln
Berlin / Köln, Dezember 2011




Anzahl Betriebe


  • Im Zeitraum Januar bis September 2011 gab es im Durchschnitt 505 Betriebe in der Papierverarbeitenden Industrie. Damit wurden der Jahresdurchschnitt 2010 und auch der Mittelwert des ersten Halbjahres 2011 um einen Betrieb übertroffen. Bei diesen Angaben werden ab dem Jahr 2005 nur noch Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten erfasst.
  • Die nunmehr stabile Entwicklung in den vergangenen knapp zwei Jahren kann in zweierlei Hinsicht relativiert werden: Zum einen blieb die Anzahl der Betriebe deutlich unter den Höchstwerten der Jahre 2008 und 2009, als in dieser Branche im Durchschnitt jeweils 516 Betriebe vertreten waren. Die Krise hatte somit anhaltende Effekte – zumindest beim Blick auf die Zahl der Betriebe. Zum anderen wird aber auch deutlich, dass das Niveau der Jahre 2005 bis 2007 nach wie vor merklich um rund 10 Betriebe übertroffen wurde. Insofern ist die mittelfristige Perspektive hinsichtlich der im Bereich der Papierverarbeitung in Deutschland aktiven Unternehmen als positiv zu bewerten.



Entwicklung Beschäftigte


  • Das Jahr 2011 wird für die Papierverarbeitende Industrie in Deutschland – auf Basis der Daten für die ersten neun Monate – mit Blick auf die Anzahl der Beschäftigten erfolgreich verlaufen. Im Zeitraum Januar bis September 2011 waren in dieser Branche im Durchschnitt mehr als 84.700 Personen beschäftigt. Auch bei dieser Branchenkennziffer werden seit dem Jahr 2005 lediglich die Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten berücksichtigt.
  • Damit konnte im Zeitraum Januar bis September 2011 der entsprechende Vorjahreswert um 1,5 Prozent übertroffen werden. Dieser Zuwachs liegt über dem Beschäftigungsgewinn auf gesamtwirtschaftlicher Ebene. Hier kam es im gleichen Zeitraum zu einem Plus in Höhe von 1,3 Prozent.
  • Im mittelfristigen Vergleich seit dem Jahr 2005 gibt es nur ein Jahr mit einer merklich höheren Beschäftigung – und zwar das Jahr 2008, als 86.400 Personen in der Papierverarbeitenden Industrie in Deutschland beschäftigt waren. Das Beschäftigungsniveau des Jahres 2009 wurde in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 nahezu erreicht. Die Anzahl der Beschäftigten, die in den Jahren 2005 bis 2007 in dieser Branche tätig waren, wurde zuletzt um durchschnittlich fast 2.500 Personen übertroffen.

     

Bruttoentgelte


  • Die durchschnittlichen Bruttolöhne und Bruttogehälter je Beschäftigten in der deutschen Papierverarbeitenden Industrie beliefen sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 auf knapp 3.000 Euro. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass bestimmte Sonderzahlungen, in diesem Fall vor allem das Weihnachtsgeld, erst im vierten Quartal auszahlungswirksam werden. Dies beeinträchtigt den Vergleich mit den Jahreswerten. Im Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum konnte ein Zuwachs in Höhe von 1,8 Prozent realisiert werden.
  • Für das gesamte Jahr 2011 kann derzeit davon ausgegangen werden, dass das Gehaltsniveau in Höhe von 3.000 Euro wie bereits im Jahr 2010 übertroffen wird. Damit wird der mittelfristig durchgängige Einkommensanstieg in dieser Branche weiterhin anhalten.
  • Die Einkommensentwicklung wird in diesem Jahr allerdings durch die allgemeine Preisentwicklung beeinträchtigt. In den ersten neun Monaten dieses Jahres stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland im Durchschnitt um 2,3 Prozent an, was zu rückläufigen Realeinkommen führte. Für den Anstieg der Verbraucherpreise sind in erster Linie die gestiegenen Energiekosten verantwortlich.

Tariflohnentwicklung


  • Die Tariflohnentwicklung in der deutschen Papierverarbeitenden Industrie weist seit dem Jahr 2005 einen durchgehenden Anstieg auf. Im Jahr 2011 werden die Tariflöhne voraussichtlich um 1,5 Prozent über dem Niveau des Jahres 2010 liegen. Im Jahr 2010 war ein Plus in Höhe von 1,3 Prozent zu verzeichnen. Diese Zuwächse liegen jeweils unter dem Durchschnitt des Zeitraums 2005 bis 2011, der allerdings infolge der überdurchschnittlich angestiegenen Tariflöhne in den Jahren 2008 und 2009 deutlich geprägt wurde.
  • In einer mittelfristigen Perspektive stiegen die Tariflöhne in dieser Branche seit dem Jahr 2005 um insgesamt knapp 14 Prozent an. Dies übertrifft einerseits leicht den gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt in diesem gesamten Betrachtungszeitraum. Andererseits waren die Tariflohnanstiege auf gesamtwirtschaftlicher Ebene im Jahr 2010 mit 1,6 Prozent und auch in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 mit 1,7 Prozent höher als in der Papierverarbeitenden Industrie.




Umsatz


  • In den ersten neun Monaten des Jahres 2011 erzielten die Unternehmen der deutschen Papierverarbeitenden Industrie einen Gesamtumsatz in Höhe von fast 16 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Wachstum gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum von 7,4 Prozent oder von über 1 Milliarde Euro.
  • Das beachtliche Umsatzwachstum resultiert sowohl aus den merklich höheren Inlands- als auch Auslandsumsätzen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2011 wurden die Umsätze mit inländischen Kunden um 8,3 Prozent ausgebaut. Die Auslandsumsätze konnten um 5,4 Prozent gesteigert werden. Dabei kamen die stärksten Impulse von den Ländern außerhalb des Euroraums.
  • Auf Basis der guten Performance im Zeitraum Januar bis September wird die Papierverarbeitende Industrie beim Umsatz im Jahr 2011 ein neues Rekordjahr verbuchen können. Dabei wird nicht nur der Vorjahreswert von knapp 20 Milliarden Euro, sondern auch der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2008 in Höhe von 20,3 Milliarden Euro übertroffen werden.

Umsatz je Beschäftigten


  • Das Jahr 2011 dürfte auch beim Blick auf den Umsatz je Beschäftigten ein neues Rekordjahr werden. In den ersten neun Monaten des Jahres 2011 lag der durchschnittliche monatliche Umsatz je Beschäftigten in der deutschen Papierverarbeitenden Industrie deutlich über der Marke von 20.000 Euro. Mit einem Wert von 20.859 Euro wurde der Wert des gleichen Vorjahreszeitraums um 5,9 Prozent übertroffen.
  • Der vergleichsweise kräftige Anstieg des Umsatzes je Mitarbeiter im Zeitraum Januar bis September 2011 gegenüber dem Vorjahr folgt zum einen aus dem kräftigen Anstieg der Umsätze der Papierverarbeitenden Industrie. Diese übertrafen in den ersten neun Monaten den entsprechenden Vorjahreswert um 7,4 Prozent. Zum anderen stieg die Anzahl der Beschäftigten in den ersten neun Mona-ten 2011 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent an. Daraus ergibt sich schließ-lich ein Anstieg des monatlichen Umsatzes je Beschäftigten in Höhe von 5,9 Prozent.


Exportquote


  • Offensichtlich ist der Strukturwandel in der deutschen Papierverarbeitenden Industrie zumindest mit Blick auf die Zusammensetzung des Umsatzes seit geraumer Zeit gestoppt.
  • Der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz dieser Branche ist seit dem Jahr 2007 mehr oder weniger konstant bei knapp 30 Prozent geblieben. Dies galt auch im Krisenjahr 2009. In den ersten neun Monaten des Jahres 2011 belief sich die Exportquote auf 29,5 Prozent. Die in den letzten Jahren weitgehend stabile Exportquote der Papierverarbeitenden Industrie ergibt sich aus der nahezu gleichmäßigen Entwicklung der Inlands- und Auslandsnachfrage.
  • Dagegen war nach der Jahrtausendwende zunächst auch in der Papierverarbeitenden Industrie eine ausgeprägte Internationalisierung zu beobachten. Die Exportquote stieg im Zeitraum 2000 bis 2007 von knapp 20 auf knapp 30 Prozent an. Auch hier gilt zu beachten, dass ab dem Jahr 2005 nur Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten berücksichtigt werden.

Entwicklung der Produktion


  • Auch auf Basis der Produktion wird das Jahr 2011 für die Papierverarbeitende Industrie in Deutschland ein neues Rekordjahr. Bereits in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 erreichte das Produktionsniveau einen neuen Höchststand. Die Produktion lag um fast 3 Prozent über dem Wert des Jahres 2008. Die Branche produziert derzeit fast 20 Prozent mehr als in den Jahren 2000 bis 2005. Dieser Zeitraum war von einer nahezu stagnierenden Produktion gekennzeichnet. Auch auf gesamtwirtschaftlicher Ebene war in dieser Zeit die längste Stagnationsphase der vergangenen sechs Dekaden zu beobachten.
  • In den ersten neun Monaten 2011 wurde der Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums um 1,6 Prozent übertroffen. Damit setzte sich die Aufwärtsentwicklung fort – wenngleich mit nachlassendem Tempo. Dabei muss allerdings auch berücksichtigt werden, dass die starke Dynamik im Jahr 2010 von der kräftigen Erholung nach dem Krisenjahr 2009 geprägt war. Im Jahr 2009 brach die Produktion der Papierverarbeitenden Industrie im Gefolge der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise um 5,3 Prozent ein. Der Anstieg in Höhe von 6,8 Prozent im Jahr 2010 konnte diesen Einbruch bereits ausgleichen.

Exportquote


  • Das Jahr 2011 war in Deutschland auf allen Ebenen von steigenden Preisen geprägt. Die Verbraucherpreise stiegen in den ersten neun Monaten um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Dies entspricht auch der Inflationsrate für das gesamte Jahr 2011. Bei den Erzeugerpreisen für Industriegüter war im gleichen Zeitraum ein Plus in Höhe von 3,8 Prozent zu verzeichnen. Diese Entwicklung wurde vor allem von den wieder anziehenden Rohstoff- und Energiepreisen angetrieben. Insgesamt wird auf der Industrieebene das Preisniveau des Jahres 2008 nunmehr um 2,8 Prozent übertroffen.
  • Diese Entwicklung zeigt sich ausgeprägter in der Papierverarbeitenden Industrie in Deutschland. Die Güterpreise in dieser Branche übertrafen im Zeitraum Januar bis September 2011 das Niveau des entsprechenden Vorjahres um 6 Prozent.
  • In der Papiererzeugenden Industrie wurde in den ersten neun Monaten dieses Jahres das Preisniveau des Vorjahres um 11 Prozent und das des Jahres 2008 um 6,4 Prozent übertroffen. Nimmt man das Basisjahr 2005 zum Vergleich, dann haben sich die Preise in der Papierverarbeitenden und Papiererzeugenden Industrie seitdem insgesamt gleichermaßen erhöht.


  • Die ersten neun Monate des Jahres 2011 waren in der Papierverarbeitenden Industrie in Deutschland von nicht mehr sehr starken Anstiegen bei den Lohnstückkosten geprägt. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum stiegen diese um 1,3 Prozent an.
  • Der Anstieg der Lohnstückkosten im Zeitraum Januar bis September 2011 ergibt sich zum einen aus einem Anstieg der Arbeitskosten um 1,8 Prozent. Der gleichzeitige Produktivitätsanstieg in Höhe von 0,5 Prozent reichte nicht aus, um die Erhöhung der Arbeitskosten zu kompensieren.
  • Im Vergleich mit den vorhergehenden Jahren zeigt sich eine deutlich ruhigere Dynamik. Während die Lohnstückkosten in den Jahren 2006 und 2007 aufgrund hoher Produktivitätsfortschritte deutlich rückläufig waren, kam es in den Krisenjahren 2008 und 2009 zu hohen Anstiegen. Dies ist hauptsächlich auf die Produktionseinbrüche infolge der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise sowie der gleichzeitig relativ stabilen Beschäftigung zurückzuführen. Die Kombination aus starken Produktivitätsrückgängen und nahezu stabilen Arbeitskosten erklären den deutlichen Anstieg der Lohnstückkosten in den Krisenjahren.

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